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Erster Band.
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Buch IH. Kap. 3. §. 35.

daher den Chersonesiten und Verfasser der Sondernaturenvon dem Aegyptier und Verfasser der Epigramme über dieV underdinge. Schwerlich mit Recht; denn Antigonos kannteseinen Archelaos offenbar nur oberflächlich, es waren ihm nur einPaar seiner Epigramme in die Hände gefallen; die Abweichungenin Titel und Vaterland sind also sehr begreiflich, ohne dass manzwei Personen anzunehmen braucht; die Hauptsache aber, der In-halt ihrer Arbeiten, lässt uns an ihrer Identität kaum zweifeln.Und nun folgt bei Plinius im Verzeichniss der zum acht undzwanzigsten Buch benutzten Schriftsteller unmittelbar auf „Or-pheus , der die Sondernaturen, Archelaus, der desglei-chen geschrieben;“ und in jenem Buche selbst ') heisst es zweimal 1 2 ) kurz nach einander: „Orpheus und Archelaus sagen.“Was er sie sagen lässt, athmet ganz den Geist der Epigrammebei Antigonos. Das alles zusammengenommen leidet es keinenZweifel, dass Archelaos der Chersonesite in Aegypten zur Kurz-weil seines königlichen Herrn kein eigenes Werk schrieb, sonderndie angeblich orphischen Sondernaturen ganz oder theilweise inEpigramme umformte, also — später lebte als sein Vorbild.

Wäre nun Antigonos Kary s t i o s wirklich, wie man seit Vos-sius anzunehmen pflegte, des Ptolemäos Philadelphos Zeitgenosse,der kaum drei Jahr nach des Theophrastos Tode, also, wiewir sahen, vor dem falschen Orpheus, den Thron bestieg, so würdeuns der Zeitraum für unsern Pseudo-Orpheus fast zu eng. Da-gegen erhoben sich aber neuerlich zwei gewichtige Stimmen.Clinton 3 ) fand bei Antigonos selbst Bezugnahmen, die auf dieRegierungsperiode des dritten Ptolemäers hinweisen, und setzteihn demnach bis zum Jahr 225 v. Chr. herab; Lobeck 4 ) sogar

1) PI in. XXVIII, eap. 4 sect. 6 und 10.

2) Lob eck l. c. pag. 7öO sagt sögar: „Ut Plinius docet, raultis locisutrumque conjungens“ ; doch konnte ich ausser den beiden Stellen, die Lobeckselbst citirt, keine dritte finden.

3) Clinton fa.ili Hellenici from the 124 ,lie Olymp, to the ileath of Augustiis(Vs30); ad annum 225.

-4) Lobeck l. c. (7ö29) pag. 74!).