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Buch III. Kap. 3. §. 37.
die Hand selbst oder wenigstens den Daumen in das weiche Wachs.Dann hiess die Schrift mit dem Siegel in gleichem Sinn beispätem Lateinern ein Manifest, deutsch eine Handfeste, auchwohl Daumenfeste. Handfesten enthielt also das Buch, ur-kundliche Bürgschaften für die Richtigkeit des Inhalts, wie nochjetzt unsere Quacksalber ihre Sudeleien mit dergleichen Handfestenzu versehen pflegen.
Vitruvius scheint es weniger gelesen und geprüft als bewun-dert zu haben; Plinius hatte es gelesen und giebt Auszüge sowohlaus diesem 1 ) wie aus dem folgenden Werk. Kr missbilligt siehöchlich, gesteht 2 3 ), sie gingen so weit über Treue und Glaubenhinaus, dass , wer des Mannes sonstige Werke billige, diese ihmabspräche. „Doch umsonst! fügt er hinzu. Es steht fest, dasser vornehmlich den Seelen diesen Geschmack (an der Magie) ein-geflösst u. s. w.“ Und wodurch war das festgestellt? Eben nurdurch den Glauben an die Aeclitheit der Schriften, auf deren Be-urtheilung es ankam. Denn Columella, dessen wenig früheres'Werk über den Landbau Plinius recht gut kannte, hatte bereitsgesagt, die fälschlich unter des Demokritos Namengehenden Fabeln (commenta), im Griechischen yttnoxiujagenannt, gehörten einem Aegyptier von Geburt, demBolus Mendesius. Der Betrug war also bereits aufgeklärt,und klärte sich wie wir sehen werden, später immer mehr auf;nur nicht für Plinius , der, wie oft er auch gegen den Aberglaubeneifert, doch so oft und lange bei allein, was danach schmeckt,verweilt, dass er damit unwillkürlich seinen eigenen Geschmackdaran verräth.
Das zweite angeblich demokriteische 'Werk, über Kraft undNatur des Chamäleon (so nennt es Gellius 4 ), benutzte Plinius 5 )
1) Plin. XXIV , cap. 16 sect. 102.
2) PI in. XXX , cap. 1 sect. 2.
3) CohuneU. de re rust. TV/, cap. 5 sect. 17.
4) Gellii noct. attic . A, cap . 12.
5) PI in. XXVUl-, cap. 8 sect. 20.