279
Buch III. Kap. 3. §. 37.
gleichfalls, macht sich darüber lustig, dass der Verfasser diesThier eines eigenen Buches werth geachtet, und in demselbeneine Probe griechischer Aufschneiderei gegeben habe, und wirddoch nicht müde Auszüge daraus zu machen. Gellius lässt ihnhart an, weil er ein solches Machwerk nicht als unächt erkannt,sagt uns aber nicht, wer der Verfasser war. Des Bolos Hand-festen gleicht es wie ein Ei dem andern.
Aus dein dritten Werk, über Antipathien, wie der abge-kürzte Titel bei Columella ') lautet, erzählt uns dieser auch eindes Bolos würdiges Histörchen, nennt jedoch als Verfasser diesesWerks noch den Demokritos. Dagegen nennt Suidas 1 2 ) ein Werküber Sympathien und Antipathien unter denen des Bo-los Mendesios, und lässt nur zwei Werke als acht demo-kriteische gelten, den grossen Diakosmos und das vonder Natur der Welt (womit der kleine Diakosmos gemeint zusein scheint). Auch in dem langen, gewiss viel Unächtes ent-haltenden Verzeichniss demokriteischer Schriften bei DiogenesLaertios 3 ) fehlen die drei genannten Werke sämmtlich.
Und wer ist dieser Bolos Mendesios, der die gelehrteWelt als verkappter Demokritos lange Zeit täuschte, und nachdemseine Fälschungen entdeckt waren, das seltene Glück hatte, beider Nachwelt unter eigenem Namen grossen Ruhm zu erwerben ?Er spielt in der Literargeschichte eine sehr mysteriöse Rolle.Neuerlich beschäftigten sich Viele mit ihm; so, dass die Sache da-mit erlegt wäre, noch niemand.
Aber auch nur die Stellen der Alten, worin er vorkommt, zusammeln, hatte besondere Schwierigkeit; nicht leicht ward einName in den Handschriften und ältern Ausgaben öfter und viel-facher entstellt als dieser. Bei Columella 4 ), der ihn zuerst nennt,stand einmal Dolus, das andere mal Volus; beim Seholiasten
1 ) Columell. de re rust. XI, cap . 3 sect. 64 .
2 ) Suidas voce /JrpuoxniTog, vol. 1\ pars 1 pay. 225H edit. Bernhard}/.
3 ) Dioy. La'ert. IX, cap. 13 sect. 46—iO
4 ) Columel l. de re rustic. 1 / 7 , cap. ö sect. 17 und XI, cap , 3 sect. 63,