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Erster Band.
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Tiucli IV. §. 48.

zu entfernen '). Auch waren die bedeutenderen älteren römischenDichter grösstentheils Ausländer; einige, wie der Grieche LiviusAndronicus , der Karthager l’ublius Terentius wurden sogar alsSklaven nach Rom geschleppt und später erst wieder freigelassen.Als man aber an griechischer Kunst und 'Wissenschaft Geschmackzu gewinnen anfing, eroberte man sie lieber mit den 'Waffen alsmit dem Geist, man erbeutete Kunstwerke und Bibliotheken, machteKünstler und Gelehrte zu Sklaven, und betrachtete auch ihr gei-stiges Können und Wissen als wohl erworbenes Eigenthum. Sobrachte Sulla die Bibliothek des Apellikon, den literarischenNachlass des Aristoteles und Theophrastos, nach Rom ; so sam-melte Lneu 11 us die reichste Bibliothek, welche Rom bis dahingesehen, wenigstens grossentheils auf seinen asiatischen Feldzügen,machte den Tyrannion, einen der gelehrtesten Grammatikerseiner Zeit zum Gefangenen, und führte ihn, wenn auch gross-miithiger als Andere nicht als Sklaven, mit sich nach Rom ; soerbeutete Po 111 pejus die Archive des Mithridates, und liessdes Königs geheime Memoiren durch seinen gelehrten Freige-lassenen Lenäus ins Lateinische übersetzen 2 ).

Zwei so disparate Naturen wie griechischer Geist und römischerCharakter lassen sich nicht unmittelbar an einander messen, siewollen einzeln jede für sich gewürdigt sein. Uns aber, die wires nur mit der Wissenschaft, und zwar nur mit einem besondernZweige derselben zu thun haben, berührt nicht, was den Römergross machte, und was uns angeht, lag dem fern. Denn mit derNaturwissenschaft lässt sich, wenn man kein Archimedes ist, dasheisst sich nicht mit reiner Begeisterung nach göttlichem Berufin die Tiefen der Wissenschaft versenkt hat, kein Hund aus dem

1 ) Plutarch. in vifa Catouis mqj. , Oj>j>. 1, pa<j. 140 1)• edit Paris * *

*2) Auf Lenäus werde ich später §. f>l) zurückkommen. Ueber dieBibliothek des Apellikon und über Tyrannion vergl. man vornehmlichStnhr’s Aristolelia, II, cap. 10 Seite 114 und cap. 11 Seite 122, und Brand isHandbuch der Geschichte der griechisch-römischen Philosophie Theil 11, Abtheil. II,erste Hälfte, Seite 65 ff.