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Erster Band.
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Buch IV. Kap. 1. §. 52.

Varietäten des Kohls, des Birnbaums, der Myrte und des Lor-beers. Varro nennt selbst die des 'Weinstocks, des Apfel- undOelbaums meist nur im Vorbeigehen und mit Bezug auf Cato;man sieht, er giebt nicht viel darauf. Ziehen wir die ökonomischeBedeutsamkeit der Pflanzen in Betracht, so kehrt sich das Verhält-nis« um. Das meist wenig nahrhafte Laub der einheimischen Bäumeersetzen zwei neu eingeführte Futterpflanzen, die Me di ca, unsereLuzerne oder Medicago sativa, und das Cytisum (bei Plinius undAndern Cytisus genannt), unsere Medicago arborea. Jene Staudewar, vermuthlich über Pontos und Griechenland , aus dem fernenMedien 1 ), dieser Strauch gleichfalls über Griechenland aus Kvth-nos, einer der kykladisehen Inseln, in Italien eingeführt, undbeide Pflanzen, vornehmlich letztere, fanden unter Griechen undRömern die eifrigsten Lobredner, ja an Amphi 1 ochos 2 ) sogareinen Monographen. Uns mag es befremden einen fast baumartigenStrauch unter den Futterkräutern zu treffen 3 ); liest man aber beiVarro, Columella oder Plinius , wie ihn die Alten behandelten, solöst sich das Räthsel: sie zogen ihn ganz niedrig, so dass sichdas Laub bequem von dem Stockausschlag abstreifen liess; undan Laubfütterung waren sie überhaupt gewöhnt. Zu Thauwer-ken und dergleichen behalf sich Cato noch mit Weidenruthen, Bin-sen und ähnlichen gröberen Stoffen; sie fehlen auch bei Varro nicht, dazu kommen nun aber Lein Hanf Spart um (das istdie ursprünglich spanische Stipa tenacissima 4 ), die in Spanien

t) Mit Unrecht giebt folglich De Candolle Spanien als ihr Vaterland an.Vergl. Strabo XI, cap. 13 §. 7 pap. Ö25 , und Basiner in den Beiträgen zurKenntniss des russischen lieichs von Baer u. Ile Imersen X I’, S. 222.

2) Ueber ihn sehe man Seite 201 und 295.

3) Viele wollten daher unter demselben Namen Cytisus zwei verschiedene

Pflanzen bei den Alten unterscheiden. Ausführlich widerlegt hat sie Spren-ge 1 in seinem Antiquitatum botanicarum specimen 1, ( unicum ). Lipsiae 1194. 4.

cap. 3. De Cytisis veterum; und was ihm noch zweifelhaft blieb, klärte Vossvollends auf in den Anmerkungen zu seiner Uebersetzung von Virgil , georgic.11, vers. 431.

4) Vergl. Strabo III, cap. 4 §. 3 pag. 160, und dazu meine botanischenErläuterungen Seite 7 f.