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Dritter Band.
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Buch IX. Kap. 1. §. 4.

wüsste ich nicht, dass man auswärtige Einflüsse nachgewiesen hätte.Von Uebersetzungen medicinischer "Werke aus dem Sanskrit insPersische und Arabische werde ich alsbald zu berichten haben;umgekehrt ist von Uebersetzungen solcher Werke aus andern Spra-chen ins Sanskrit nichts bekannt. Lassen wir also den indischenAerzten und Naturforschern den Vorzug reinster Originalität un-verkümmert, vorausgesetzt, dass es ein Vorzug ist. Gegen dieseVoraussetzung erheben sich indess viele und sehr erhebliche Be-denken, die ich mich zum Schluss nur noch anzudeuten begnügeDen Griechen hinderte sein Nationalstolz nicht, um sich zuschauen, so weit der Blick trug, und Annehmbares auch von Bar-baren anzunehmen und in der Wissenschaft wie im Leben zu ver-wenden ; seiner Ueberlegenheit blieb er sich doch bewusst, und auchdem Fremden drückt er den Stempel des eigenen Geistes auf. InIndien , wo das ganze Staatsgebäude auf strenger Abgesondert-heit der Kasten beruhete, wo den niedern Kasten jeder Unterrichtuntersagt war, und die Brahmanen als Wächter der heiligen Schrif-ten das Privilegium der Wissenschaft besassen, konnte schon ansich nicht leicht etwas Neues Eingang finden, und drohete, wennes sich herzudrängte, den Herrschern und Brahmanen Gefahr. Esward daher wo möglich unterdrückt; gelang das aber nicht, soward es wenigstens nicht als ein Neues anerkannt, sondern mitder tausendfältigen Sage so künstlich verflochten, dass es selbstnur als ein Theil der alt offenbarten Weissheit sich darstellte. Sobegreift sich, wie selbst später medicinische Werke, wie unser Sus-ruta, die Form göttlicher Offenbarung annehmen konnten undmussten.