Buch IX. Kap. 2. §. 5.
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Zweites Kapitel.
Zur Geschichte der altem persischen Medicin Arznei-mittellehre und Agronomie.
§• 5 -
Gelehrte Nestorianer in Syrien , Aufhebung ihrerLehranstalt in Edessa, Gründung ihrer Schule derMedicin in Gon di sch ap ur.
Ich gehe zu den Persern über, den Vermittlern zwischen In-dern und Arabern, wie zwischen Griechen und Arabern. Vonihrer eigenen medicinischen und naturwissenschaftlichen Literaturkennen wir noch nichts als die alphabetisch geordnete Arzneimit-tellehre des Abu Mansur Mowafik in einem spärlichen Aus-zuge. Dieser Mann lebte aber erst gegen vier hundert Jahre nachMohammed , und benutzte, ausser'griechischen und indischen, auchschon arabische Aerzte, bis zu deren Betrachtung ich das Wenige,was von ihm zu sagen ist, aufspare. Hier, wo uns die Perser nurals Vorläufer der Araber beschäftigen, habe ich von ihrer Natio-nalliteratur leider gar nichts mitzutlieilen. Auch davon wissen wirnichts, wann und wie sie mit der indischen Literatur bekannt ge-worden , und wie sich dieselbe ihrer eigenen gegenüber gestellt.Nur die sonderbaren Verwickelungen, welche ihnen die Meister-werke der griechischen Literatur näher brachten, die merkwürdigenEreignisse, denen sie ihre Verbreitung und Pflege auf persischemBoden verdankte, sind uns einigermassen bekannt, und einer nähernBetrachtung werth.
Die Vermittelung zwischen ihnen und den Griechen übernah-men die Syrer. Schon seit Alexandros dem Grossen Hessen sichviele Griechen in den bedeutenderen Städten Syriens nieder; unterder Herrschaft der Seleukiden breiteten sich griechische Spracheund Sitte, Religion und Wissenschaft, immer weiter im Lande aus,und blüheten noch kräftiger auf, nachdem es römische Provinz
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