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Dritter Band.
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Buch IX. Kap. 2. §. 5.

dort zuvorkommende Aufnahme, die meisten derselben vertheiltensich als Bischöfe persischer Christengemeinden in verschiedeneStädte des weiten Reichs, und gründeten statt Einer untergegange-nen eine Menge neuer Pflanzschulen des Christenthums und derWissenschaft nach dem Vorbilde jener. Auch zu Xisibis fandenviele der Vertriebenen eine Zuflucht, und nun ward die dortigeSchule eine der berühmtesten. Sie zählte zur Zeit ihrer höchstenBlüthe acht hundert Schüler. Uns kümmert grade sie jedoch amwenigsten, weil ihr Statut das Studium der Medicin und weltlicherWissenschaften überhaupt, als unverträglich mit der Theologie,gradezu ausschloss. Die dürftigen und sehr zerstreuten Nachrich-teil über all diese Schulen sammelte Assemani *).

Am wichtigsten für uns ist, ihrer besondern Bestimmung undihres wenigstens in späterer Zeit grossen Rufes wegen, die Schuleder Medicin zu Gondischapur 1 2 ) in der persischen ProvinzIvhuzistän, von unbekanntem Alter. Abendländische Schriftstellerwissen nichts von ihr, und gedenken nicht einmal der Stadt; SyrerPerser und Araber lassen sie alle bis auf Einen von Schapur I. dem Sohne Ardeschirs (regierte 241 — 271) erbauen, und der einzigeAniru, welcher Schapur II. mit dem Beinamen Dhulaktaf (regierte309—circa 380) zu ihrem Erbauer macht, fügt Umstände hinzu,die eine Verwechselung beider Könige bei ihm verratheu. Demun-geachtet meinte Sprengel 3 ) die Erbauung der Stadt Schapur II. zuschreiben zu müssen, und Männer wie Rehm 4 ), Ritter 5 ),

1) Assemani bibliotheca Orieutalis Clemeutiuo- Vaticana 111, pars 2, pag. 924sqq. (Das Hauptwerk für die Geschichte der Xestorianer). Die Stelle aus demStatut der theologischen Schule zu Xisibis steht S. 91?.

?) ^AÄ^Gondi Schapur. ist der persiche Name der persischen

Stadt; in der weicheren Mundart der Araber heisst sie G’ o n d i

Sabur, (das g wie im Italianischen als weichen Zischlaut zu sprechen), dieBurg Schapur’s oder Saburs. Daher die mannichfache Schreibung des Namensbei europäischen Schriftstellern, als Gandisabor, Dschondisapur, u. s. w.

3) Sprengel , Gesch. der Arzneikunde 11, (dritte Aufl.) S. 340ff'.

-1) Rehm, Handbuch der Geschichte des Mittelalters. Kassel . 11, Abtheil. II.Lb33 , Seite 130 in der Anmerkung .

5) Carl Ritter , vergleichende Erdkunde IX, S. 171 J .