Band 
Dritter Band.
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Buch XI. §. 46.

achtet der Herrschaft, welche Konstantinopel noch lange Zeit überbeträchtliche Theile Italiens ausübte, gehörte ein lateinisch reden-der Italiäner, der etwas Griechisch, und vollends ein Grieche, deretwas Latein verstand, zu den Seltenheiten, ausgenommen in Unter-italien, wo beide Sprachen noch eine Zeit lang neben einander imMunde des Volks fortlebten. Die lateinische Sprache breitete sichdagegen als Schriftsprache nach Norden zu von Land zu Landimmer weiter aus. Christliche Spanier Franzosen Engländer undDeutsche schrieben lateinisch, zuweilen nach altrömischen Mustern,hinter denen sie freilich weit zurückblieben; Andre schrieben zwarauch lateinisch, doch untermischt mit so viel "Wörtern ihrer Mut-tersprache, dass sich ihre Nationalität sogleich verräth. Uns wirdunsre Landsmännin, die heilige Ilildegardis, ein merkwür-diges Beispiel der Art darbieten. Noch Andre bedienten sichgradezu der Muttersprache; sogar einen Armenier, der armenisch,einen Dänen, der dänisch schrieb, werden wir in dieser Periodekennen lernen, und dass wir in Bezug auf Botanik in so früherZeit weder englische noch deutsche Bücher aufzuführen haben, liegtwohl nur daran, dass sie noch ungedruckt in den Bibliothekenstecken. Einer gegen das Ende des neunten Jahrhunderts durchKönig Alfred den Grossen veranlassten angelsächsischenUebersetzung des sogenannten Apulejus Platonicus de herbis er-wähnte ich schon im vorigen Bande Seite 322; und dass es auchdeutsche Schriftsteller über Heilmittel gab, verrathen schon diezahlreichen Glossen zur Erklärung lateinischer Pflanzennamen indeutscher Sprache, die von Hrabanus Maurus (| 856) an bis'zurErfindung der Buchdruckerkunst immer häufiger werden.

Da nun in dieser Periode weder der frühere Grieche auf denspätem Lateiner, noch der frühere Lateiner auf den spätem Grie-chen merklich einwirkte, so werde ich die Schriftsteller vornehm-lich nach den beiden Hauptsprachen sondern, ihnen aber den ganzisolirt dastehenden Armenier voranschicken, wiewohl er nicht derälteste ist. Er schliesst sich noch am natürlichsten einerseits andie arabischen Reisenden, andrerseits an die Griechen, die seineMuster waren. Der eben so isolirt stehende Däne, von dem ich