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Buch XI. Kap. 3. §. 57.
brück 1 ), Korvei, Reichenau, St. Gallen , St. Emeran u. s. w.; end-lich an die Stiftung einer anfangs wandernden Schule für die Söhneder Grossen am kaiserlichen Hoflager, verbunden mit einer Biblio-thek und einer Art von Akademie, die später in Paris fortdauerte.Der Zweck dieser Hofschule war, den Sinn für Wissenschaft, dender Kaiser selbst in so hohem Grade besass, auch bei den Grossenund Vornehmen, die sich meist nur noch in ritterlichen Uebungengefielen, aufs neue anzuregen.
Und wie der Kaiser, trotz der Last, die auf seinen Schulternruhete, trotz der abwärts widerstrebenden Elemente, die er theilsin Bewegung zu setzen, theils zu bändigen und zu bewachen hatte,doch auch das Geringste im Auge behielt, das bezeugt unterandernsein berühmtes Cap i t ular e de villis et c or tis i m p eri alibus,eine bis ins äusserste Detail gehende Verordnung über die Ver-waltung seiner Domänen, worin im letzten Kapitel sogar die Pflan-zen verzeichnet stehen, die in den kaiserlichen Gärten gezogen■werden sollten, nicht bloss Obstbäume und Gemüse, sondern aucheine beträchtliche Anzahl von Zier- und Heilpflanzen. Es ist einnacktes Verzeichniss, die Obstsorten mitgerechnet etwas über hun-dert verschiedene Pflanzen enthaltend, theils unter lateinischentheils unter deutschen Namen, worunter manche sich kaum errathenlassen; es ist also an sich ohne wissenschaftlichen Werth: aber esist eine heilige Reliquie, ein unverkennbares Zeichen der Achtung,die der grosse Kaiser, der Stolz unsrer Nation, zu einer Zeit, alses keinen Botaniker gab, doch auch der Botanik zollte, und darumunsrer dankbarsten Anerkennung und vollen Aufmerksamkeit werth.— Landwirthe Staatswirthe und Forscher des vaterländischen Alter-thums schulden diesem in seiner Art einzigen Document gleicheAchtung. Daher es denn auch seit der Mitte des siebzehnten Jahr-
1) In dieser Schule sollte sogar Griechisch gelehrt werden, und derBischof führte den wunderlichen Titel eines beständigen kaiserlichenGesandten am Hofe zu Byzanz in IIeirathsangelegenheiten.Man hat beides bezweifelt. Der eben so kritische wie gelehrte Muser ver-theidigte es in seiner osnabrückischen Geschichte 1, Abschnitt V, §. 33 und 3bSeite 362 ff. der dritten Auflage.