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Buch XI. Kap. 3. §. 63.
der Verse übertrifft. ,,Ich kann mich nicht genug wundern, sagtReuss in seiner Vorrede, wie in einem Jahrhundert, welches Baro-nius an Unfruchtbarkeit im Guten eisern, an Scheusslichkeit deshervorbrechenden Schlechten bleiern, an literarischer Dürftigkeitfinster nennt, solch ein Dichter erstehen konnte!“ Er und seinCardinal haben übersehen, dass wir mit Karl dem Grossen aus derPeriode des ab- in die des zunehmenden Mondes der Geistesbil-dung getreten sind. Las doch noch in demselben Jahrhundertnicht lange nach Walaf 'rid der Günstling König Karl des KahlenJohannes Scotus Erigena den Platon und Aristoteles imOriginal, übersetzte den Dionysios Areopagita aus dem Griechi-schen ins Lateinische, und führte die Philosophie aus dem Orientnach Europa zurück. Bald folgten ihm andere Denker. Die Poesiehörte wieder auf lateinisch zu sprechen, sie ward wieder nationalbei den Völkern des Abendlandes. Am Schluss des zehnten Jahr-hunderts bestieg, als sicherstes Zeichen der Zeit, ein MathematikerSylvester II. sogar den päpstlichen Thron. Nur die Medicin, undmit ihr die Pflanzenkunde, schliefen noch.
§. 63.
Diesen Namen führt fast in allen Handschriften, so wie in denältesten Ausgaben, der Verfasser, ich darf kaum sagen eines Ge-dichts, — denn von Poesie hält es sich sehr rein, also lieber einesin schlechten Hexametern geschriebenen Buchs de viribus oderde naturis herbarum. Wie beliebt es im Mittelalter und nochspäter gewesen sein mag, bezeugen, ausser dem häufigen Gebrauch,den schon Vincentius Bellovacensis und Andre davonmachten, und ausser den Bearbeitungen in fremden Sprachen, vondenen wir wenigstens die dänische durch Henrik II ar p e s t r e n g,noch werden kennen lernen, schon die zahlreichen Handschriftenfast in allen grossem Bibliotheken, und die zwei und zwanzig vonChoulant aufgeführten, grösstentheils altern Ausgaben. Die neuesteund beste ist: