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Dritter Band.
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Buch XI. Kap. 4. §. 65.

Sohn erster Ehe Boemund zu den salernitanischen Aerzten, „quo-rum fama per orbeni admodum divulgata est excellentia medi-cinalis peritiae.“ Des Herzogs zweite Gemahn, eine Schwesterdes Fürsten Gisulfus von Salerno, Sichelgaita , aufgewachsenunter den salernitanischen Archiatern, und von ihnen in der Kunstdes Giftmischens unterrichtet, bereitete ihrem gehassten Stiefsohneigenhändig einen Gifttrank, und übersandte denselben jenen Ar-chiatern. Sogleich begriffen dieselben die Absicht ihrer Herrinund Schülerin, und brachten dem Prinzen, den sie heilen sollten,das tödtliche Gift bei. Allein der Vater, benachrichtigt von demplötzlich veränderten Gesundheitszustände seines Sohnes, schöpftVerdacht, und drohet, an demselben Tage, an welchem Boemundstürbe, Sichelgaita zu ermorden. Diese, dadurch eingeschüchtert,bereitet wiederum selbst ein Gegengift, und bittet und beschwört dieAerzte den Prinzen zu retten, was ihnen denn auch mit vielerKunst und Mühe gelingt. Doch Sichelgaita, in banger Besorgnissum den Erfolg ihrer zweiten Sendung und um ihr eignes Leben,wenn der Ausgang sie täuschte, vergiftet nun ihren eignen Getnal,und geht, sobald sie sich von der Wirkung ihres Giftes überzeugthält, mitten in der Nacht mit allen ihren Longobarben und son-stigen Anhängern zu Wasser nach Salerno , um selbst den Prin-zen zu tödten, lässt aber zugleich alle übrigen Schiffe im Hafenverbrennen, um sich gegen Verfolgung der Normannen ihres Ge-mals zu sichern. Demungeachtet wird der Prinz gewarnt, und hatnoch Zeit zu einem andern Normannenfürsten zu flüchten. — Soweit Ordericus. Andre Historiker wissen nichts von diesen Gift-mischereien, sie kennen nur den Heldenmuth, mit dem Sichelgaitain Schlachten an der Seite ihres Gemals focht, und lassen diesenin Gegenwart seiner Gemalin an einer ansteckenden Krankheitsterben, die in seinem Heere wüthete. Die Vergiftung des grossenNormannen-Herzogs wäre auch das verkehrteste Mittel gewesen,das Sichelgaita ergreifen konnte, um ihrem eignen Sohne Robertdie Gunst der Normannen und dadurch die Thronfolge zu gewin-nen. Gleichwohl folgte derselbe seinem Vater, und Boemund, ge-boren vor des Vaters Thronbesteigung von einer nachher ver-