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Buch XII. Kap. 2. §. 10.
auch bei naturhistorischen Gegenständen auf kurze oberflächlicheErläuterungen einliessen. Was diese Quellen darboten, steht durch-Eräntriff voran, und wird als unantastbar dargestellt. Mehr Stoff“lieferten freilich die Brofanscribentcn, unter denen ihm manche,namentlich Aristoteles , D i o s k o r i d e s , P1 i n i u s, Avicennau. s. w. offenbar für eben so unfehlbar galten, wiewohl er sichselbst gegen eine solche Voraussetzung sorgfältig verwahrt. Erfindet sogar ihres Gebrauchs wegen eine ausführliche Rechtferti-gung nöthig, wie schon die Ucbersehriften einiger Kapitel desPrologs zu seinem Speculum naturale erkennen lassen, cap. 8:Apologia de dictis philosophorum et poütarum; cap. 9: Apologiade apoeryphis; cap. 10: Apologia de modo excerpendi de quibus-dam libris Aristotelis; cap. 11: Ue impari auctoritate eorum, quaeexcerpta sunt; cap. 12: de online dignitatis eorundem; cap. 13:de libris authenticis. Im Allgemeinen beruft er sich auf das Bei-spiel des Apostel Paulus, der selbst einen Vers des Menander,des Epimenides, ein Zeugniss des Aratus nicht verschmähete, sowie auf das des heiligen Hieronymus, der gleich ihm sich wegendes Gebrauchs heidnischer Schriften zu vertheidigen genöthigt war."Was aber die zu Paris durch den Pabst feierlich verworfenen phy-sikalischen Schriften, gleichviel ob des wahren oder vermeintenAristoteles betrifft, so versichert er sogar, sie nicht selbst gelesen,sondern nur einige daraus von seinen Ordensbrüdern gemachteExcerpte benutzt zu haben. Ob das mehr als eine Ausflucht war,um einer Küge der zu Paris besonders wachsamen päbstlichenAufsicht zu entgehen, wage ich nicht zu entscheiden. Das pseudo-aristotelische Büchlein von den Pflanzen finde ich wenigstens bei-nahe Satz für Satz, jedoch zerstückelt, wieder in den Büchern desSpeculum naturale gleichen Inhalts. Möglich ist, dass sich Vin-centius auch hei der Redaction seiner zahllosen Excerpte frem-der Hülfe bediente, wiewohl er nichts davon sagt; dass aber derRedacteur der von den Pflanzen handelnden Bücher jene für ari-stotelisch gehaltene Schrift nicht selbst gelesen und studirt hätte,scheint mir unmöglich. Doch wie dem sei, merkwürdig bleibt,dass zu derselben Zeit, als Albert der Grosse zu Köln die physi-
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