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Vierter Band.
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Buch XIII. Kap. 3. §. 19.

Medicinern u. s. w. Ausserdem aber hat er sich selbst uiugethanin der Natur wie im Leben, verräth eine holie Gabe der Beob-achtung, und stellt überall neben das Ueberlieferte seine eigeneErfahrung, bald bestätigend, bald erweiternd oder beschränkend,nicht selten auch mit Bescheidenheit widersprechend. Dass er dieLogik als Jüngling nicht vergebens studirt, dass er sie als Juristanwenden gelernt hat, zeigt die streng systematische Anordnungdes Ganzen und all seiner Theile: überall geht Petrus vom Allge-meinen auf das Besondere über, und versteht sich sehr gut aufsEintheilen und Anordnen der Glieder, so dass jede Materie, dieman sucht, leicht zu finden, leicht zu übersehen ist. Seine Spracheist ungekünstelt, nichts weniger als rein, sondern voller Ausdrückeund Wendungen, die sich im Mittelalter und besonders in Italien gebildet hatten, wodurch für uns zuweilen Dunkelheiten entstehen;gleichwohl möchte ich ihr eine gewisse Eleganz zuschreiben, dieweniger in den Worten, als im ganzen Fluss der Rede liegt. Undbemerkenswerth ist die Kunst, mit der er seiner eigenen Rede dieWorte Anderer oft fast unmerklich einzuflechten versteht. Weitentfernt von der mussivischen "Weise Anderer seiner Zeit, A. sagt,B. sagt, C. sagt, ich sage u. s. w., wird bei ihm der Zusammen-hang durch die fremden Zuthaten selten gestört. Schriftsteller,die er häufig citirt, wie Palladius , Isaak Judäus, Platearius, Albertden Grossen, lässt er oft lange das Wort führen, ohne sie zunennen, gewiss nicht um sich ihres Eigenthums anzumassen, —denn noch öfter citirt er sic wirklich, — sondern nach einem rich-tigen Gefühl des Missbehagens, welches zu häufige Citate bei demLeser zu erwecken pflegen.

Für Botanik verräth er eine unverkennbare Vorliebe undtreibt damit gewissermassen Luxus, indem er davon weit mehr,als sein Plan verlangte, in sein Werk aufnimmt, und zwar in gleichemMaass philosophische Betrachtungen der Pflanzennatur überhaupt,■wie sie Albert der Grosse aus griechischem auf deutschen Bodenverpflanzt hatte, wie auch specielle Pflanzenkunde, wie sie umjene Zeit, mit der Heilmittellehre verbunden, vornehmlich durchPlatearius (circa iustans) vertreten war. Doch wenn er bei der