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Vierter Band.
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Buch XIIL Kap. 3. §. 19.

Pflanzencultur seine eigene Erfahrung den Lehren Anderer oftohne Scheu gegenüber stellt, so benimmt er sich bei der Botanikmehr einem wohl unterrichteten Dilettanten gleich. Kur wo ihnAlbert, den er vor allen zu ehren scheint, und Platearius verlassen,wagt er sich auch mit eigner Beobachtung hervor. Ansehnlichbereichert hat er demnach seine Lieblingswissenschaft nicht, wie-wohl sie ihm doch manche gute Bemerkung verdankt; aber geför-dert und verbreitet hat er sie vor Amlern durch sinnige Zusam-menstellung des passend Ausgewühlten und durch die genaue Ver-knüpfung des eigentlich Naturwissenschaftlichen mit der Kunst desPflanzenanbaus, wodurch jenes sogleich eine neue ansprechendeBeziehung aufs Leben gewann. Man tadelt an ihm die zahlreichenAnweisungen zum Pfropfen verschiedenartiger Baume auf einander;man vergisst, dass diese Liebhaberei durchs ganze Alterthum undMittelalter geht, und übersieht, dass bei weitem das meiste derArt, was er vorbringt, aus Palladius genommen ist, dem er zwarhie und da widerspricht, den er jedoch im Ganzen offenbar höherschätzt, als er verdient.

Bevor ich nun dies allgemeine Urtheil durch specielle Nach-weisungen begründe, gebe ich eine kurze Uebersicht des Inhaltsder acht ersten Bücher, und ein Verzeichniss der Schriftsteller,die Petrus in derselben citirt.

Buch I handelt von der Landwirthschaft überhaupt;

,, II von der Natur der Pflanzen überhaupt, und von derFruchtbarkeit des Bodens und deren Ursachen;

,, III von den Feldfrüchten ins Besondere, ihrer Cultur undihrem Gebrauch;

,, IV von der "Weinrebe, ihrem Anbau und ihrer Benutzung;

„ V von den Bäumen, ihrer Zucht und Benutzung;

„ VI von den Gärten (de hortis) und den Kräutern, den zah-men sowohl als den wilden, und ihren Kräften;

„ VII von den Wiesen und Wäldern;

„ VIII von den Lustgärten (de viridariis.)

Die vier letzten Bücher handeln von der Viehzucht und dem innernHaushalt, und erwähnen nur beiläufig mitunter einer Pflanze.