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Vierter Band.
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Buch XIII. Kap. 4. §. 21.

Bandes. Jeden unverstandenen griechischen oder arabischen Aus-druck liess man gradezu stehen, und that wohl daran; denn so bliebdoch die Möglichkeit früher oder später einmal die rechte Bedeutungzu finden. Schlimmer war’s, wenn man falsch übersetzt und denAusdruck des Originals verloren hatte. Am wenigsten verstandendie Uebersetzer, wie begreiflich, die Pflanzennamen, bei ihnenwaren der Missgriffe oder unübersetzt gelassenen Worte kaumweniger als der Namen selbst. Und in gleicher Verlegenheithatten sich schon die Araber bei ihren Uebersetzungen aus demGriechischen befunden; auch sie hatten bald unrichtig übersetzt,bald ohne sich auf Deutungen einzulassen die griechischen Lautein ihrer so weit abweichenden Sprache nur nachzubilden versucht.Zweifel und Irrtlnimer multiplicirten sich daher bei Wiederholungderse’ben Operation durch die Latino-Barbaren, Missverstand undUnverstand erwuchsen und verflochten sich zu einem undurchdring-lichen Dickicht. Käme eine Zeit wie die unsrige in eine ähnlicheVerlegenheit, sie würfe vermuthlich den ganzen Plunder einer solchenNomenclatur über Bord, und begänne die Arbeit von vorn an aufsNeue. Dem Mittelalter gestattete seine gläubige Pietät ein solchesVerfahren nicht, auch fehlte ihm die Kraft etwas Neues zu gestalten.Hartnäckig klammerte es sich an das Ueberlieferte, und erwies sichunermüdlich in Versuchen, Einen unverstandenen Ausdruck nachdem andern, wenn nicht aufzuklären, so doch zu errathen. EinzelneVersuche der Art reichen viel höher hinauf, zum Hauptgeschäftmachten sich dasselbe erst die beiden Lexikographen SimonJanuensis und Matthäus Sylvaticus, obgleich beiden daswichtigste Instrument zur Ausführung ihrer Arbeit, die Kunde dergriechischen und arabischen Sprache, beinahe ganz abging.

§• 21 .

Simon Januensis.

Von ihm wissen wir fast nur, was er in seinem Hauptwerk,der Clavis sanationis, gelegentlich über sich selbst, und was seinFreund Camponus, dem er es gewidmet hatte, in seinem Dank-