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Vierter Band.
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Buch XIV. Kap. 1. §. 28.

Das sind in flüchtiger Andeutung bei weitem nicht alle, dochdie wichtigsten Momente, durch deren Einfluss die klassischenStudien in Italien plötzlich wieder emporbliiheten. Jetzt liegt mirob nachzuweisen, wie belebend sie, gleich wie auf alle Wissen-schaft, so ins Besondre auch auf die Botanik einwirkten.

§. 28.

Theodorus Gaza .

In unmittelbarer Beziehung zur Botanik steht nur einer derschon vor dem Fall Ivonstantinopels nach Italien geflüchteten Grie-chen, Theodorus Gaza 1 ), ein Mann höheren Standes ausThessalonich. Bei der Eroberung seiner Vaterstadt durch dieTürken im Jahr 1430 rettete er nichts als sein Leben seine Frei-heit sein Wissen und sein Talent. Man kennt weder sein dama-liges Alter, noch weiss man, wo und wie lange er sich umhertrieb,bis er in Begleitung eines jüngern Landsmannes Ranzano überSicilien nach Italien kam. Um hier als Lehrer der griechischenSprache seinen Unterhalt zu gewinnen, bedurfte er der lateinischen.In Zeit von drei Jahren erwarb er sich die Kenntniss und denfreien Gebrauch derselben so vollständig, dass ihn die Italiänerselbst zu den elegantesten lateinischen Rednern zählten. Vermuth-lich erst nach Beendigung dieser Studien finden wir ihn 1440 zuPadua, von wo aus man ihn als Lehrer des Griechischen für Mai-land oder Pavia zu gewännen suchte. Er zog Ferrara vor, undlehrte daselbst mit ungemeinem Beifall das Griechische, bis ihnum 1451 Pabst Nicolaus V. zu sich nach Rom berief. Gutelateinische Uebersetzungen der bessern griechischen Schriftstellerzu veranlassen, gehörte zu den vornehmsten Bestrebungen jenesKirchenfürsten. Unsern Theodor beauftragte er unter andern mitder Uebersetzung der botanischen Werke des Theophra-stos so wie der zoologischen des Aristoteles . Seitdem manPlatons Werke kennen gelernt hatte, entbrannte in Italien ein

1) 2'iraboschi VI, -parle 11, pay. 1S9 sqq. Hauptquelle. Dazu Fabriciibibl. graec . IX, pay. 192 sqq., Heeren a. a. 0, 11, S. 181 ff.