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Vierter Band.
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Buch XV. Kap. 1. §. 45.

Wissenschaften, wie er sieh selbst ausdrückt, diente er einige Mo-nate dem berühmten reformirten Theologen Capito zu Strassburg ,vervollkommnete sich durch ihn besonders im Hebräischen, undhatte dabei noch Zeit genug, selbst griechischen Unterricht zuerthcilen. Als er darauf von seiner Vaterstadt ein kleines Stipen-dium erhielt, ging er nach Frankreich , um Medicin zu studiren.Anfangs verweilte er zu dem Zwek zu ßourges, und weil seineGeldmittel nicht ausreichten, suchte er sich abermals durch Unter-richt etwas zu erwerben. Endlich 1534 ging er nach Paris . An-statt sieh aber auf die Medicin zu beschränken, überliess er siehhier zwischen reichen Bibliotheken, umgehen von Gelehrten allerFächer, ganz seiner Neigung zu einer universalen Bildung desGeistes, und schwelgte in der Lectüre der mannichfaltigsten Schrift-steller, Griechen, Römer, Dichter, Redner, Historiker, Mediciner,Grammatiker, Dialektiker. In spätem Jahren bereute er dies Ver-fahren und beklagte, dass ihm der Rath eines altern Mannes ge-fehlt habe; allein das Ringen nach Allseitigkeit lag so tief in seinerNatur begründet, dass er es niemals unterdrücken konnte. Fsentzog der Welt einiges, was sie von ihm zu erwarten berechtigtwar, befähigte ihn dagegen zu einer der wichtigsten Arbeiten ganzeigner Art für die Wissenschaft überhaupt, und ertheihe selbstseinen speriellsten naturwissenschaftlichen, besonders auch botani-schen Leistungen ein eigentlnimliches Gepräge. Schon im fol-genden Jahr nach Zürich zurückberufen, ward ihm ein kleinesSchulamt übertragen, was ihm weder hinreichende geistige nochleibliche Nahrung darbot; und demungeachtet verheirathete er sichnoch vor vollendetem zwanzigsten Lebensjahre. Ungeachtet einerso bedrängten Lage, die Andre gelähmt haben würde, benutzte erjeden freien Augenblick zum Studium seiner Lieblingsfächer derMedicin und Botanik, erhielt dann 1537 zum zweiten mal das früherschon genossene kleine Stipendium, und begab sich damit nachBasel , wo er die Medicin endlich methodisch zu studiren begann,nebenher aber zu nothwendiger Verstärkung seiner Kasse ein latei-nisches Wörterbuch bearbeitete. Und doch reichten seine Mittelnicht aus, weshalb er schon nach Verlauf eines Jahrs das ange-