Buch XV. Kap. 1. §. 45.
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f'ano-ene Studium wieder unterbrach, und eine mit anständigemGehalt verbundene Stelle als Lehrer der alten Sprachen zu Lausanne annahm, welcher er drei Jahr lang verstand. Aber schon hatteseine Vaterstadt seinen Werth erkannt, zum dritten mal ertheiltcsie ihm ein Keisestipendium zur Fortsetzung seiner medicinischenStudien, womit er sicli erst nach Montpellier, dann nach Basel be^ab, und 1541 als Doctor der Mcdicin nach Zürich zuriiekkehne.Jetzt ward er zum Stadtarzt ernannt, und erhielt zugleich dieProfessur der Philosophie, die er fortdauernd bekleidete, bis er1558 endlich die sichere und reichlicher besoldete Professur derNaturgeschichte erhielt 1 ). Auf die ausserordentliche schriftstelle-rische Thätigkeit, die er in dieser Stellung entwickelte, werde ichsogleich kommen, unterbrochen ward sie nur von zahlreichen Alpen-reisen zur Erforschung der vaterländischen Naturgeschichte, durcheine längere Reise durch einer. Theil Italiens und Deutschlands irn Jahr 1545, bei welcher er vorzüglich in Venedig und Augsburg verweilte, und die dortigen an Handschriften reichen Bibliothekenbenutzte; 1559 durch eine Reise nach Wien, wohin ihn KaiserFerdinand , begierig den berühmten Mann kennen zu lernen, be-schieden hatte; und leider auch durch wiederholte Badereisen zurKräftigung seiner von Jugend auf schwankenden Gesundheit. Dochwar sein zarter Körper, vom Geist gekräftigt, starker Anstrengun-gen fähig. Noch zwei Jahr vor seinem Tode schwamm er, umeine w asserpflanze zu sammeln, wie er selbst in einem seinerBriefe erzählt 1 ). Auch seine Thätigkeit und Pflichttreue alspraktischer Arzt neben seinen vielfachen gelehrten Beschäftigungen
1) Bis vor kurzem (ob jetzt noch, weiss icli nicht) bestanden auf denschweizerischen Universitäten Nominalprofcssuren , durch welche man auf-rückte, so dass, wenn der Theologe starb oder abging, der Jurist Theologe,der Mediciner Jurist, der Philosoph Medieiner ward, natürlich nur dem Namennach, ohne Kintluss auf die vorzutragenden Lehrgegenstände, so dass sichjene Professuren ausser dem Namen nur durch ltang und Einkommen unter-schieden. Ein junger Schweizer , mit welchem ich zu (idttingen studirte,war sogar schon als Gymnasiast nomineller Professor der Philosophie in seinerVaterstadt, das heisst er bezog den Gehalt desselben als Stipendium.
Oe stier i e/rixtvlae medicimhs jol. 21b.