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Buch XV. Kap. 1. §. 45.
wird gerühmt. Als sich 1564 jene Epidemie, die man damals diePest nannte, auch über Zürich verbreitete, ahnte er zwar seinennahen Tod, doch weit entfernt sich wie Fuchs der Ansteckungdurch die Flucht zu entziehen, entwickelte er eine verdoppeltepraktisch-medicinische Thätigkeit, und machte seine Beobachtungenüber die Krankheit durch den Druck bekannt. Er entging ihr.Als sie aber im Herbst 1565 wiederkehrte, und er ihr mit gleicherEnergie entgegentrat, und ihr manches Opfer entriss, raffte sie ihnselbst im neun und vierzigsten Jahre seines noch so viel verheissen-den Lebens dahin.
Das kleine Brustbild Gesners, was Schmiedel, der ein grossesOelbild von ihm kannte, seiner Biographie vorangestellt '), verräthüberaus edle Formen; und wie er, vielleicht ohne es zu wissen,für sich einnahin, das zeigt schon die Menge der Freunde, diesich ihm anschloss, von denen keiner ihm wieder abfiel, die Mengeder Gönner, die sich in der frühem Periode der Dürftigkeit seinerannahmen. Sogar mit hoffährtigen Männern, wie mit LeonhardFuchs , der noch dazu in ihm einen Nebenbuhler für seine II i-storia stirpium fürchtete, mit Melchior Guilandinus und An-drea Mattioli, zweien der zanksüchtigsten Gelehrten seiner Zeit,die sich beide gar anmassend gegen ihn benommen hatten, wussteGesner durch seine Offenheit und Milde, wenn nicht immer einganz ungetrübtes, doch auf die Dauer ein leidliches Verhältnisszu bewahren. Aber der schönste Zug seines Charakters ist dievon aller Selbstsucht freie Lauterkeit seiner Absichten. Auf derRückseite des Titels seiner Bibliotheca universalis liest man die"Worte:
Non mihi, sed studiis communibus ista paravi.
Sic vos non vobis mellificatis apes.
Und nie war ein Selbstlob begründeter, ja bezeichnend in vielweiterem Umfange, als es gemeint war. Seine schriftstellerischen
1) Auch schon über der Vorrede sieht man drei Brustbilder in Medaillon,rechts wieder Gesner, links Joachim Camerarius den jungem, inder Mitte Trew. Allein hier zeigt Gesners Bild, wiewohl es mehr ausgeführlist, doch weniger Ausdruck als das vor der Vita Gesneri.