Band 
Lehrbuch der kosmischen Physik.
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Erstes Buch. Erstes Capitel.

Ng. 12.

den gegenüberliegenden Fußboden fallen ließ. Einen solchen Gnomon errich-tete Paul Toscanelli im Jahre 1467 in der Kuppel des Domes zu Florenz .Die Oeffnung war 277 Fuß über dem Fußboden der Kirche angebracht.

In älteren Sternwarten findet man noch solche Gnomone, in neueren Zeilenhat man fie verlassen, weil man jetzt weit genauere Mittel hat, die Richtung derMittagslinie zu bestimmen und Sonnenhöhen zu messen.

Das Theodolit. Ein ungleich genaueres Mittel, sowohl Höhe und Azi-mut zu messen, als auch den Meridian zu bestimmen, bietet das Theodolit dar.Ein solches Instrument ist in Fig. 12 dargestellt; es besteht im Wesentlichen aus

zwei getheilten Kreisen, von denen dereine vertical, der andere horizontal ist.Der Verticalkreis A ist sammt demFernrohr F an einer horizontalenAre befestigt und beide sind um dieseAxe drehbar, so daß die gegenseitigeStellung des getheilten Verticalkreisesund des Fernrohrs nicht geändert werdenkann. Zu beiden Seiten des drehbarenKreises sind feste Ronien / und g ange-bracht. Wenn das Instrument gehörig auf-gestellt und justirt ist, sollen die Nullpunkteder Nonien A und /auf die Punkte 0 und180 der Theilung zeigen, sobald dieAxe des Fernrohrs vollkommenwagerecht steht; dreht man dann dasFernrohr aus seiner horizontalen Richtungheraus, um es auf einen höher oder tie-fer gelegenen Punkt zu richten, so kannman die Größe dieser Drehung an denNonien ablesen.

Die Stellschraube h dient, um beijeder beliebigen Neigung des Fernrohrsdieses sammt dem Verticalkreis festzustellen.DieMikrometerschraube r dient, um feinereVerstellungen des Fernrohrs in seiner vertikalen llmdrehungsebcne zu bewirke».

Das Gestell, welches die horizontale Are des Fernrohrs trägt, ist aus einemhorizontalen um eine verticalc Are drehbaren Kreise C befestigt, welcher der Al-hidadenkrcis oder die Alhidade genannt wird. Dieser Kreis dreht sichum eine verticalc Are genau passend innerhalb eines mit dem Fußgestell des gan-ze» Apparates fest verbundenen, ringsum mit einer Gradtheilung versehenen kreis-förmigen Ringes D, welcher der Limbus genannt wird. Die Alhidade trügtan ihrem äußeren Rande einen Inder oder vielmehr einen oder mehrere Nonienk, welche sich bei der Drehung der Alhidade längs der Theilung des Limbushinbewegen. Mittelst der Stellschraube r kann man die Alhidade feststellen und