Band 
Lehrbuch der kosmischen Physik.
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272
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272 Zweites Buch. Zweites (Eapitcl.

Ng- 182 - In Fig. 182 stellt der Höhen-

unterschied der beiden concavenGipfel der oberen Curven dieBreite des äußeren Regenbogensdar.

Der Zwischcnraum der bei-den Regenbogen beträgt unge-fähr 71/2 Grad.

Der äußere Regenbogen istblasser, weil er durch Strahlengebildet wird, welche eine zwei-malige innere Spiegelung erlittenhaben, indem das Licht bei jederSpiegelung eine Schwächung er-leidet. Man würde noch einendritten und einen vierten Regen-bogen sehen können, welche durchStrahlen gebildet, werden, dieeine dreimalige und. eine vierma-lige innere Spiegelung erlittenhaben, wenn diese Strahlen nichtzu lichtschwach wären.

122 Höfe und Nebensonnen. Oft sieht man, wenn der Himmel miteinem leichten Wolkenschleicr überzogen ist/ dicht um die Sonne und den Mondfarbige Ringe. Sehr häufig sieht man diese Ringe nicht vollständig, sondernnur stückweise. Wenn man die Mondhöfe häufiger beobachtet als die Sonnen-höfe, so liegt der Grund darin, daß das Licht der Sonne zu blendend ist; manficht aber diese auch, sobald man das Bild der Sonne in ruhigem Wasser oderin einem auf der Rückseite geschwärzten Spiegel betrachtet.

Diese Höfe haben die größte Aehnlichkeit mit der Glorie, welche man umeine Kcrzenflammc sieht, wenn man sie durch eine mit 8smsn lycopodii be-streute Glasplatte betrachtet (Lchrb. d. Physik, 4te Aufl. Bd. I. S. 528), undsicherlich sind die Höfe ebenso wie dieses Phänomen zu den Jnterferenzcrscheinungcnzu zählen; die Dunstbläschen vertreten die Stelle der feinen Staubtheilchen.

Bisweilen sieht man auch noch zwei größere farbige Kreise um die Sonneund den Mond, welche mit den Höfen nicht zu verwechseln sind; der Halbmesserdes kleineren dieser hellen Ringe erscheint unter einem Winkel von 22 bis 23°,der des größeren aber unter einem Winkel von 46» bis 47°; das Rothist bei denselben nach innen gekehrt, der innere Rand ist schärfer, der