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Der Erdmagnetismus.
weniger stoßweise, so Laß der magnetische Meridian gewissermaßen bald nachOst, bald nach West über seine Mittellage hinausschwankt. Diese Bewegungenkann man als Störungen des normalen Ganges der Nadel bezeichnen.
Humboldt, welcher sich schon in den Jahren 1799 bis 1804 durch dieBestimmung der magnetischen Constanten in den Aequinoctialgegenden Amerikas große Verdienste um die Kenntniß des Erdmagnetismus erworben hatte, ver-anlaßte zur genauen Erforschung der magnetischen Störungen, daß von 1828bis 1830 zu Berlin , Freiberg , Nikolajew und Kasan an vorausbestimmten Tagen dieDeclinationsnadel stündlich beobachtet wurde, wobei sich ein merkwürdiger Pa-rallelismus in der Bewegung der Nadeln verschiedener Orte herausstellte, derauch durch spätere Beobachtungen die vollste Bestätigung fand.
Einen großartigen Aufschwung nahmen die crdmagnetischen Beobachtungen,nachdem Gauß durch Anwendung des Poggendorff'schen Spiegelapparats inseinem Magnetometer eine Vorrichtung construirt hatte, welche die geringstenVeränderungen in der Lage des magnetischen Meridians zu beobachten gestattete.Es wurden nun, von 1834 anfangend, an verschiedenen Orten Deutschlands und der benachbarten Länder nach demselben Princip construirte Apparate auf-gestellt, um correspondirende Beobachtungen anzustellen, d. h. um anvorausbestimmten Terminen 24 Stunden lang die Variationen der Dcclinations-instrumente von 5 zu 5 Minuten zu beobachten. Um die Beobachtungen genaugleichzeitig zu machen, wurde die Bestimmung getroffen, daß man überall nachUhren beobachten sollte, welche nach Göttinger Zeit gerichtet sind. So entstanddenn der von Gauß geleitete Verein, zu welchem im Jahre 1838 folgendeBcobachtungsstatioucn gehörten:
Alton«,
Grecnwich,
Haag,
Petersburg,
Brüssel,
Seeberg,
Kremsmünstcr,
Upsala.
Die in den »Resultaten des magnetischen Vereins« publicirtenTerminsbeobachtungen bestätigten nun den schon erwähnten Parallelismus imGange der an verschiedenen Orten aufgestellten Dcclinationsinstrumente, wie mandies wohl am besten aus der graphischen Darstellung der Termiusbeobachtungcnsieht. So stellen denn die Figuren 269 und 270 die Terminsbcobachtungenvon Upsala, Göttingen und Mailand vom 26. auf den 27. Februar undvom 28. auf den 29. Mai 1841 dar, und zwar sind in diesen Figuren nur dievon Stunde zu Stunde gemachten Beobachtungen eingetragen, während diegraphischen Darstellungen des magnetischen Vereins, in ungleich größerem Maß-stab ausgeführt, die Resultate der von 5 zu 5 Minuten angestellten Beobachtun-gen vollständig wiedergeben.