Band 
Lehrbuch der kosmischen Physik.
Seite
496
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49C Viertes Buch. Zweites Capitel.

Gang der Declinationsnadel für Toronto (am Ontario-See ), Göttingen und Rertschinsk dargestellt ist. Die mittlere dieser drei Curven, welche fürGöttingen gilt, haben wir bereits in Fig. 271 kennen gelernt. Die oberste derdrei Curven gilt für Toronto , die unterste für Rertschinsk. Toronto undRertschinsk sind ungefähr um 180 Längengrade von einander entfernt undGöttinge» liegt nahezu gleichweit von beiden entfernt.

Hier sehen wir nun, daß während der bedeutenden Schwankungen, welchezu Göttingen zwischen dem 27. August 10 Uhr Abends und dem 28. August2 Uhr Morgens stattfanden, die Deelinationsnadel zu Toronto und zuRertschinsk nur eine unbedeutende Bewegung zeigte; während dagegen am fol-genden Tage zu Göttingen zwischen 10 und 12 Uhr Vormittags die Declina-tionsnadel ziemlich ruhig dem normalen Gange folgte, sehen wir zu Toronto ,und Rertschinsk bedeutende Schwankungen eintreten, und zwar zu Rertschinskin entgegengesetzter Richtung wie zu Toronto .

Fig. 273 stellt in größerem Maaßstab als die letzten Figuren den

gleichzeitigen Gang der Deelina-tionsstörungen dar, wie sie am 23.Februar von 6 bis 10 Uhr Abends(Göttinger Zeit) zu Upsala und zuAlten in Finnmarken durch Lottin,Bravais und Martins beobachtetwurden; die obere Curve gilt fürAlten, die untere für Upsala. Mansieht hier auf den ersten Blick, daß dieschöne Uebereinstimmung, welche stetsin den Variationen von Catania inSicilien bis Upsala gesunden wurde,weiter nach Norden aufhört, so daßman bei Vergleichung der Curven vonAlten und Upsala, trotz der verhält-nißmäßig geringen Entfernung beiderOrte kaum erkennen würde, daß siesich auf denselben Termin beziehen. Aehnliche Resultate liefern auch andereBeobachtungen. Ueberhaupt sind die Störungen in den Polargegenden außer-ordentlich groß und von gänzlich veränderter Gestalt.

Die Jnclination und die Intensität sind ähnlichen Störungen un-terworfen, wie die Declination.

Ursache der magnetischen Störungen. Was den Zusammenhangder magnetischen Störungen mit anderen Naturerscheinungen betrifft, so vermu-thete man, daß wohl Gewitter einen Einfluß auf die Magnetnadel ausübenmüßten. Diese Erwartung hat sich nicht bestätigt, genaue Beobachtungenhaben gezeigt, daß die Magnetnadel selbst durch die heftigsten Gewitter nichtasficirt wird. So beobachtete z. B. Lamont im Jahre 1842 das Magneto-

F'g. 273.