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Der Erdmagnetismus.
Nordlichter nur auf einen geringeren Umkreis beschränkt bleibt, gewinnt manch-mal das Phänomen des Nordlichtes eine überraschende Ausdehnung. So warz. B. das schöne Nordlicht vom 7. Januar 1831 im ganzen nördlichen undmittleren Europa , sowie auch am Eriesee in Nordamerika sichtbar. In solchenFällen ist es klar, daß man an weit entfernten Orten nicht dieselben leuchten-den Strahlen sah, daß man also in dem eben angeführten Falle am Ericsee eineandere Partie des Phänomens wahrnahm als in Europa . Wahrscheinlich hattesich damals ein ungeheurer Strahlenkamm gebildet, welcher, ungefähr der Rich-tung eines magnetischen Parallels folgend, mit oder ohne Unterbrechung vomEriesee über den atlantischen Ocean bis nach Norwegen und Schweden hinzog.
In den südlichen Polarregioncn bildet sich ein ähnliches Lichtphänomenwie das, welches wir bisher besprochen haben, und welches man mit dem Namendes Südlichtes bezeichnet hat. Solche Südlichter sind von verschiedenen See-fahrern und namentlich von Cook gesehen und beschrieben worden.
Man hat die Nord- und die Südlichter mit dem gemeinsamen Namen derPolarlichter bezeichnet.
Eine sehr merkwürdige Thatsache ist es, daß sehr oft Nord- und Südlichterzu gleicher Zeit erscheine». So wurden z. B. im Jahre 1783 zu Rio JaneiroSüdlichter gesehen, während gleichzeitig auf der nördlichen Hemisphäre Nord-lichter beobachtet wurden. Dasselbe gilt für viele der Südlichter, von welchenCook berichtet. Er sah Südlichter am 18., 21. und 25. Februar und am16. März 1773, während van Swinden von Nordlichtern berichtet, welcheer an denselben Tagen zu Franecker in Fricsland gesehen hat.
Fig. 281.
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Müller's kosmische Physik.
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