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1 (1851) Der schweizerische Jura : seine Gesteine, seine Bergketten, Thäler und Gewässer, Klima und Vegetation / von J. Siegfried
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der finden, wo aber die verschiedenen Abtheilungen wenigerleicht unterscheidbar sind. In ihr tritt uns eine grosse Man-nigfaltigkeit sowol in Gesteinen als in Petrefacten entgegen,fast lauter Meeresgeschöpfe, in ungeheurer Menge, so dassderen allmälige Entwickelung durch alle Erdumwälzungenhindurch zu verfolgen gestattet ist. In Mannigfaltigkeit undForm nähern sich dieselben immer mehr den Schöpfungender .letztweit; unbedeutend sind die Pllanzenpetrefacten undvorniimlich den Mergeln eigen.

In England ist die Juraformation zuerst erkannt worden.Sie heisst daselbst Oolith, Rogenstein (oon, gr., Ei, Rogen,und lithos, Stein), da ihre Gesteine (in England) aus lautererbscn- oder linsengrossen, immer eisenoxydhaltigen Stein-kügelchen, kugeligen Concretionen, zu bestehen scheinen.

Für Deutschland und die Schweiz zerfällt die Juraforma-tion nach L. v. Buch in einen schwarzen oder un-tern Jura, Lias genannt, Leias, Kalk- und Sandsteine undSchiefer, von der mundartlichen Aussprache des englischen layers, Lager, da dieselben in flachen dünnen Tafeln gebrochenwerden; dann in einen braunen, mittleren Jura, unte-rer oder älterer Oolith, mit vorherrschenden Sandsteinen,wesshalb mitunter bloss »Sandstein« genannt; zuletzt in einenweissen, obern Jura, d. h. zu unterst Oxfordthon und Ox-fordmergel, oxfordclay, einfach Oxford nach der gleichna-migen Stadt Englands, in deren Umgebung diese Formationverbreitet ist, von manchen Geologen noch zum mittlerenJura gerechnet als oberste Thonschicht desselben, die eineruntern entspricht; und zu oberst der obere Oolith, derwieder aus dem Korallenkalk und den Portlandgesteinen be-steht; jener, eoral-rag, eigentlich Korallenriff oder Korallen-felsen, terrain corallien, ist nach den in vielen GegendenEnglands vorwaltenden Petrefacten genannt; dieser, der Port­ land , nach der Halbinsel dieses Namens, in Dorsetshife, wodie Formation sehr verbreitet ist.

Auf der Juraformation liegt als das letzte Glied der se-cundären Bildungen die Kreideformation, formation cre-tacee, terrain creta-jurassique, die erst in neuern Zeiten alseigene Gebirgsforination getrennt ward, da sie ein für sichabgeschlossenes Ganze bildet, sowol den Gesteinen als denPetrefacten nach, und von den tiefem und hohem Bildungendeutlich geschieden ist. Ihre Hauptglieder, alles Meeresbil-dungen, sind von unten her das N e oc o mi e n, terrain neo-eomien, von Neocomum, Neuenburg, in dessen Nähe dieseAbtheilung von den dortigen Geologen aufgefunden wurde;dann der Gault oder grüne Sandstein, gres vert, Qua-dersandstein, craie cliloritee, glauconie crayeuse, der seinen