Buch 
1 (1851) Der schweizerische Jura : seine Gesteine, seine Bergketten, Thäler und Gewässer, Klima und Vegetation / von J. Siegfried
Entstehung
Seite
40
JPEG-Download
 

40

Beinamen den beigemischten, Grünerde haltenden Bestand-teilen verdankt, und zu oberst die Kreide selbst, weicheweisse Kalksteine, von denen die ganze Formation in Eng-land und Frankreich ihre bleibende Benennung erhalten luit.Tm Jura kommen nur die altern Gesteine, namentlich dasNeocomien, der Grünsand zumal an der Berte du Rhone vor; in den Alpen dagegen die jüngern in ungeheurer Mäch-tigkeit und Erstreckung, von Savoyen bis muh dem Siintis.Mit der Kreideformation findet sich im Jura eine Ablagerungvon Eisenerz vereinigt, die gewöhnlich, nach der Grösse der ein-zelnen Körner Bohnerz, Linsenerz genannt wird, minerai defer en grains, terrain siderolithicjue(sideros, Eisen ; lithos, Stein).

Von den genannten geschichteten Gesteinen allen unter-scheidet man die kr y s t a 11 i n i sc li en, die wie aus einzelnen,unvollkommenen Kiystallen gleichenden, kleinern oder gros-sem an einander gefügten Körnern bestehen; überdiess ent-halten sie keine lVtreiäcten. Ihre Sonderung in massigeund in schieferige ist ganz auf die Natur gegründet; in-dessen gehen sie häufig in einander über, so wie hinwiederdie krystallinischen Gesteine alle an den Stellen, an denensie mit den Sedimentgesteinen in Berührung kommen, soallmälig in diese verlaufen, dass auch zwischen diesen dieAufstellung einer scharfen Grenze zur Unmöglichkeit wird;oftmals sogar sind krystallinisclie Gesteine der. Sedimentge-steinen aufgelagert, oder jene in diese gleich mächtigen Kei-len hineingetriehen.

Massige krystallinisclie Gesteine sind z. B. Granit, Por-phyr wenn einzelne Körner, z. B. von Quarz, Feldspath ,Augit, in grossem Krystallen von der Grundmasse ausge-schieden sind, da sie dann als Quarzporphyr, Thonporphyrund Mandelstein, Augitporphyr bezeichnet werden Ser-pentin und Euphotid, Gahbro Hornblcndegesteine, Dioritoder Grünstein, Syenit, Quarzfels, Feldstein, viele Kalke,Gypse u. a. Krystallinisclie Schiefer sind der Chloritschiefer,wozu der Topf- oder Giltstein, der Talkschiefer, der Glim-merschiefer, «er Gneis (Gneus ), der im Grunde nichts anderesist als schieferiger Granit.

Vorkommen und Beschaffenheit dieser krystallinischenGesteine zeugen dafür, dass sie durch Einwirkung von Feuer,durch heisse Dämpfe, gasartige Ausströmungen, die dem In-nern der Erde entstiegen, aus den Sedimentgesteinen we-nigstens in den Alpen umgewandelt, an andern Ortenauch zähe und erweicht in mächtigen Massen durch langeSpalten und Klüfte emporgehoben wurden; man nennt siedaher plu tonische Gesteine und trennt von ihnen alsvulkanische diejenigen, die wie feurige Ströme, daher in