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zwischen dem 33. und 50.“ der Br. ein continuirlichcs Pla-teau, dessen Höhe etwa die der Plateaux von Pastös, Quito und Titicaca zwischen den verschiedenen Ketten der Andeserreiche. Diese geologische Ansicht , welche auf einzelneBeobachtungen gegründet ist, reicht nicht, wie man irriggesagt hat, bis auf Alexanders Zug zurück, dessen siegrei-che Phalangen von der Penlapotamia ausgingen und dieSchneemassen*) des Paropamisus (Hindu-Klio oder indi-schen Kaukasus ) nur im Westen von Kabul passirten, umzum Fusse des Bolor oder Beluthtagh, zu den tiefen Thä-lern Baktricns vorzudringen. In diesen Gegenden konnteder unerschrockene Burnes**) am westlichen Abhange einervon S. nachN. streichenden Kette, -wie Marco Polo, dun-kele Erinnerungen an den macedonischen Eroberer sammeln.
Die Hypothese eines einzigen und unermesslichen Plateaus,welches ganz Central-Asien erfülle, ist in der letzten Hälftedes 18- Jahrhunderts entstanden. Sie war das Resultatscharfsinniger Combinationen, wozu das aufmerksamere Stu-dium des merkwürdigen Buches des Venetianischcn Reisen-den und die naiven Erzählungen jener diplomatischen Mön-che Veranlassung gaben, welche im 13. und 14. Jahrhundert,Dank sei es der Einheit und Ausdehnung des Mongolen-Reiches, fast das ganze Innere des Conlinents von den Hä-fen Syriens und des caspischen Meeres bis zu dem vomGrossen Ozean bespülten östlichen Gestade Chinas durchzo-gen. Wenn die Kenntniss der Sprache und der LiteraturIndiens bei uns älter als ein halbes Jahrhundert wäre, sowürde sich die Hypothese dieses Centralplateaus auf demweiten Raum zwischen dem Himalaya und dem südlichenSibirien ohne Zweifel auch auf eine alte und ehrwürdige Au-
*) Diod. Sic., XVII., §• 82.; Strato, XV., p. 498; Quint. Curt.VII., 3. Diodor spricht, indem er die arktische Kälte, welche aufdem Rücken des indischen Kaukasus herrscht, übertreibt, von „baum-losen Ebenen,“ welche die Paropamisaden bewohnen. Die Stelle be-zieht sich auf den Fuss der Kette, nicht auf Plateaux, welche man^eim Zuge nach Baktrien gefunden.
*) Trarels inlo Bokhara , (2. ed.) vol. III., p. 186—190.