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Erster Band.
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Peking nach den Bestimmungen des Pat. Hallerstein unddes Hrn. Georg Fuss stützt, so findet man, dass das fort-laufende Plateau zwischen 79 und 116° Lg. eingeschlossenist und dass sein südlichster und sein nördlichster Rand sichin 36 und 48° Br. befinden; hieraus ergeben sich wegen derKrümmungen der Wüste, welche keineswegs der Weidenund Vegetation beraubt ist, für das Plateau der Scha-mooder Gobi 42000 bis 43000 Quadrat-Seemeilen*). Fügt

man zu dieser Ausdehnung der Gobi noch das hohe Plateauvon Tübet, welches davon durch die grosse Bergkettedes Kuen-lun oder Kulkun geschieden wird, so erhält man,nach meiner Berechnung, vom Nordabhange des Himalaya bis zum Khangkai der chinesischen Mongolei , d. h. vom SeeManasa und dem tübetanischen Kaylas bis zur NO.-Grenzeder Gobi eine transversale Erstreckung von 250 Meilen odereine Hochfläche von 6000062000 Quadratmeilen. DiesAreal ist fast viermal so gross als Frankreichs und kaumgrösser, als dasjenige, welches die in Gestalt eines langenStreifens erhobene Masse der Andes-Cordillere in Südame­ rika einnimmt**). Ich vergleiche hier zwei Arten der Er-hebungen, welche in Form und relativem Alter von ein-ander sehr verschieden sind. In Asien ist die Axe desgrossen Hochlandes von SW. gegen NO. gerichtet, undseine Existenz ist gewiss älter, als die der grossen Ge-birgsketten, deren Darstellung uns in diesem Werke be-schäftigen wird und welche selbst in der Richtung der Paral-lelkreise streichen.

Wenn man den Namen Hochland von Asien auf dieso eben aus der Gesammtheit unserer jetzigen Kenntnissehervorgegangene Zone beschränkt, so muss man sogleichhinzufügen, dass dieselbe, obwohl sie bei Weitem nicht den

*) In diesem Werke bediene ich mich stets der Seemeilen,Wovon 20 auf einen Grad des Aequators gerechnet werden; die Län-gen sind vom ersten Meridian der Pariser Sternwarte gezählt und' e Temperaturen in der lOOtheiligen Skala des Quecksilberther-n'ometers ausgedrückt.

me' ^ ^ runt üagen für diese Schätzungen s. in der Relat. historiqueer Reise nach den Aequinoxialregionen, t. HI., 243. (Edit. in 4to.)