92
nisa, über Nysa *), erklärt. Hr. Ritter macht dagege®den Einwurf**), dass die den Griechen bekannte Stadt Nys®bei Weitem westlicher gelegen. Strabo nennt sie eine Stadtin Margiana. Ich frage indessen, ob eine von Libyen auS,eingeführte Benennung, welche mit der Mythe des Bacchus,zusammenhängt und sich auf dem langen Wege nach Indien geographisch verbreitet hat, von den Eroberern nicht aufeine Region angewandt worden sein kann, wo am Abhang®einer hohen Bergkette der Weinstock fast wild und ohn®Cultur im Ueberfluss wuchs? In einer uns näher liegende®Zeit rühmt uns noch Sultan Baber, der vor seiner langsa-, >men Bekehrung ein starker Trinker war, in seinen Memoire®seine reichen Weingärten in Kabulistan. Die Unbestimmt'heit, welche über die Lage eines mit dem dionysischen Cid'tus so innig verknüpften Orts herrscht, finden wir ebenfallsin der Anwendung, welche die Griechen vom Namen Mer®machten, der nach ihnen einen Berg über Nysa bezeichne®sollte. In Folge der Assonanz mit dem griechischen tniO 0 -.(Lende) glaubten sie naiver Weise, darin die Spur einer Anspielung oder historischen Beziehung***) auf die Mythe vo®'
*) Bohlen, I,, 12 (Note 18), 143. Parapanysus wäre nach dieserHypothese die am Nächsten kommende griechische Schreibart für Ui”,Wort gewesen, welches die Macedonier an Ort und Stelle gehört hä'ben konnten. Die verschiedenen Lesarten von Paropanisus sind n'' 1vieler Sorgfalt von Bernhardy (ad Dion. Per. v. 737) gesannn 6 ' 1worden. i
**) Die Stupas oder Topes, 1838, 36 — 38.
***) Bacchus ex femore Jovis yenitus , woher der Name Dionys*®Merotraphes bei Strabo (XV., 687). Gronovius ad Arrian. Ind. c ',2, p. 313. Der Name Meru selbst erscheint schon bei TheophrasM®(Hist, plant., IV., 4). „Meru, sagt Ilr. Burnouf, ist ein Wort, de 5 ',sen Etymologie mir noch unbekannt bleibt. Ilr. v. Bohlen erklär 1 ,es [I., 12] das Strahlende ( fulgens ); aber das Wurzelvvort mi , vo**,welchem es die Inder ableiten, hat nicht den Sinn strahlen. Ich l® 11 ,eher zu glauben geneigt, dass das r zur Wurzel im Worte Meru g e ihört und dass man es grammatisch mer-u abtheilen muss. Sch 011 ,im Sanskr. bezeichnet mtra Ozean, vielleicht ursprünglich S*' l 'TEs erinnert an Kägmira (Kägyapamira ) und an zahlreiche Anal 0 '«,gien mit mer und mira in den Wörtern, W'elche alle romanisch 01 * 1 jgothischen und slavischen Sprachen für Meer und See besitzen.