Buch 
Das Polarlicht / von Hermann Fritz
Entstehung
Seite
238
JPEG-Download
 

Neuntes Kapitel.

2:'»8

Die aus den Beobachtungen seit 1763 erhal-tenen Werthe der jährlichen Schwankungendes Barometerstandes in Prag , Mailand , Wien und München werden befriedigend dargestellt(durch Formeln von der Form x = a -f- b. sin [y -j- 250°],worin a und b Constauten) durch die Voraussetzung,dass die jährlichen Schwankungen des Luft-drucks die längere Periode mit den Nordlich-tern gemein hat und gleichzeitig mit diesenErscheinungen ihr Maximum und ihr Minimumerreicht. Hiernach würde der säculäre Gang wiederden gleichzeitig eintretenden Maxima und Minima bei-der Erscheinungen entsprechen, wie bei der täglichenPeriode. Hornstein setzt eine 70jährige säculäre Pe-riode, welche zu lang ist und schon für den Beginndes vorigen Jahrhunderts noch eine erhebliche AnzahlNordlichter in der Zeit ergibt, in welcher ein tiefesund sehr entschiedenes Minimum fiel. Fred. Chambers(Nature, B. 18) kommt durch die Untersuchung der Ba-rometerstände von Bombay zu dem entgegengesetztenResultat in Bezug auf den Eintritt von Maxima undMinima.

Ziehen wir nun noch in Betracht, dass der Barometer-stand mit den Breiten wechselt, so finden wir den nie-dersten Barometerstand in jenen Gegenden (das Minimumbefindet sich nach Shouw in -(- 65°, nach Buys Ballotin der Nähe von Island ), in welchen das Nordlicht amhäufigsten auftritt. Für die südliche Hemisphäre fehlendie Bestimmungen des Ilaupt-Südlicht-Gürtels.

Bei der räumlichen Yertheilung fiele das Maximumder Polarlichter wieder mit dem Minimum der Baro-meterstände zusammen, wie dies bei der jährlichen Pe-riode der Fall zu sein scheint. Hier stünden wir so-mit vor einem Widerspruche, da nicht bald die Ab-weichungen vom Mittel bei beiden Erscheinungen ingleicher Richtung (Tages- und säculäre Periode) undbald in entgegengesetzter Richtung (jährliche Periodeund räumliche Yertheilung) Vorkommen können; am