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Helvetierlande bald wieder ein reges Leben. Blühende Städteentstanden und besonders Aventicum muss ein echt römischesGepräge gehabt haben. Dorthin war eine Veteranen-Kolonieverpflanzt worden und Kaiser Yespasian soll seine Jugendzeit zumTeil daselbst zugebracht haben, ln Nyon befand sich eine julischeReiterkolonie, Ododurum besass latinisches Stadtrecht, ebensoSedunum (Sion ). Aquae (Baden) war schon damals ein Bade-ort und zahlreiche Spuren daselbst erinnern an römische Zeiten.Ausser den grossem Ortschaften gab es im Schweizerlandezahlreiche Einzelgehöfte der Römer, Villen, Landhäuser, undoftmals deutet der besonders im Kanton Zürich häufige Flur-name „Steinmüri“ den Ort an, wo die Erde römisches Gemäuerbirgt, charakterisirt durch festen, Ziegelmehl enthaltenden Mörtel,Flachziegel mit Randleisten, Mosaiken oder Zementböden, welcheauf Säulchen ruhen, zwischen denen geheizt wurde (also unterdem Zimmerboden), von wo die erwärmte Luft durch Röhrenin die Wände stieg, von denen aus die Räume erwärmt wur-den. Alle unsere Museen besitzen zudem römische Geräte undSchmucksachen in grosser Zahl, seltener Inschriften, die unsKunde geben von jener Zeit.
Noch einmal drohte den Helvetiern Unglück! In demStreite zwischen Galba und Vitellius hatten sie für den erstemPartei ergriffen, da zog Cmcina mit Heeresmacht vom Rhein herauf, schlug die Helvetier, die sich tapfer wehrten und wolltedie Nation vernichten. Da soll Claudius Cossus mit seiner hin-reissenden Beredsamkeit die römischen Soldaten so gerührthaben, dass sie die Helvetier verschonten und selbst den Feld-herrn baten, Milde walten zu lassen. Als aber Vespasian aufden Tron kam, da hat er wohl die Wunden, die das Blut-gericht des Csecina geschlagen, bestmöglich geheilt und be-sonders Aventicum seine Fürsorge angedeihen lassen. Alsdann unter Domitian oder Trajan die Grenze an den Limes,einen künstlichen Grenzwall zwischen Regensburg und Mainz ,verlegt wurde, da genoss Helvetien 150 Jahre des tiefstenFriedens und kam zu neuer Blüte.