Karte 
Archäologische Karte des Kantons Zürich / J. Heierli ; Topogr. Anstalt Winterthur, J. Schlumpf, vorm. Wurster, Randegger u. Co.
Entstehung
Seite
22
JPEG-Download
 

22

der Deckel einer Arzneibüchse aus der Römerzeit zum Vor-schein gekommen. In Aventicum dürfte, nach einer Inschrift zuschliessen, eine höhere Schule existirt haben, an welcher nichtnur Mediziner, sondern auch Lehrer der Beredsamkeit ausge-bildet wurden.

Mit den römischen Sitten und Gebräuchen zog auch derrömische Luxus in unser Land ein. Die vielfältigen Ansprüchean das Leben hatten aber zur Folge, dass zur Römerzeit nichtblos ein reger Handel und Verkehr sich manifestirte, sondernauch, dass die natürlichen Schätze der einzelnen Gegenden be-nutzt wurden. So lassen sich in der Schweiz Spuren erkennen,dass mancherlei Gesteine und Erze abgebaut wurden. In derVilla im Aalbühl bei Kloten fand man Plattenschiefer, der zurWandverkleidung benutzt worden und umgekehrt kamen beiMatt im Sernftal römische Münzen zum Vorschein. DerMägenwilerstein und Juramarmor werden in Ruinen aus rö-mischer Zeit häufig angetroffen; das Erz des Gonzen ist wohlschon damals benutzt worden.

Nach dem Tode des Kaisers Maximin durchbrachen dieGermanen den Limes und die Alamannen drangen weit nachSüden. Um 264 zerstörten sie sogar Aventicum , das sich niemehr zu seiner frühem Bedeutung erhob. Die Einfälle wurdenimmer häufiger, der Widerstand der Römer immer schwächer.Um das Jahr 280 musste der Limes ganz aufgegeben werdenund wieder wurde der Rhein zur Nordgrenze Roms. In jenenkriegerischen Zeiten mögen die Gold- und Silberschätze ver-graben worden sein, von denen wir oben sprachen. Nochhäufiger aber entdeckte man Töpfe mit römischen Münzen,,die aus Furcht vor den Barbaren der Erde anvertraut wurden.Im Jahre 1711 fand man am Lettenberg bei Turbenthal (Zürich )einen solchen Schatz, 1747 einen andern bei Neftenbach . Alleinim Kanton Zürich sind über ein Dutzend solcher Funde ge-macht worden. Auf dem Lindberge bei Winterthur kamen(in einem vermeintlichen Grabe) zahlreiche Statuetten vonGöttern und Tieren zum Vorschein, auf dem Felde bei Henken,