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Völkerwanderungszeit bezeichnen. Nicht blos die Alamannenwanderten, sondern auch viele andere Stämme, wie Vandalen,Alanen, Sueven, Goten u. s. w. Obwohl sich bei der Völker-flut, die um 406 durch Gallien brauste, die Alamannen in derOstschweiz niedergelassen, so unternahmen sie auch späternoch Streifzüge und wurden erst allmälig sesshaft. Sie siedeltensich nicht gerne in Städten an, sondern zogen vor, sich fami-lienweise in Höfen niederzulassen, und das erkennen wir ausder archäologischen Karte mit einem Blicke: Die Ansiedelungendieser Periode verteilen sich gleichmässiger über’s Land als jevorher und es werden auch die abgelegeneren Gegenden be-siedelt, wo immer Futter zu finden war für das Vieh. Nebendem Privatbesitz aber hatte der freie Alamanne auch- das Recht,die weitläufigen Allmenden mitzubenutzen, und im Kriege schlosser sich mit den Marli genossen in militärischer Ordnung zu-sammen. In Bezug auf den Ackerbau huldigte er dem Systemder Dreifelder-Wirtschaft, welches sich bis in späte Zeit hineinerhielt. Schon damals mögen die Anfänge des Lehensivesensentstanden sein, wenn sie sich auch erst in fränkischer Zeitentwickelten.
Eine andere Völkerwelle hatte die Burgundionen in dieheutige Westschweiz gebracht. L T m 400 w'aren sie an denRhein gekommen, in die Gegend von Worms . 435 und 437wurden sie von den Römern in Gallien und den Hunnen schwerbedrängt und die Kämpfe jener Zeiten hat das deutsche Eposbewahrt. Wer kennt nicht die Recken des Nibelungenliedes,den düstern, grimmigen Hagen , den sangeskundigen HeldenVolker, die Könige Günther, Gernot und Giselher, die lieb-liche Krimhild, die durch den Tod ihres Gemahls Sigfried so gegen seine Mörder erzürnt wird, dass sie den Fall desganzen Königsgeschlechtes, ihrer Brüder und nächsten Anver-wandten, beschliesst und durch die Hunnen auch vollzieht.Gross und schaurig sind die Bilder, die das Epos uns enthüllt,aber rührend schön wird die Treue besungen, die Treue desDienstmannes gegenüber dem Herrn, die Treue des Freundes