Band 
Zweite Abtheilung.
Seite
30
JPEG-Download
 

30

im Kalkschlamm versenkt, sind meist zerbrochen, mitunteraber auch in ihrer Ganzheit erhalten. Ihre Dimensionenwerden verschieden gefunden; wir sahen deren mehr als2 Zoll lang. Von Farbe zeigen sie sich meist sehr lichte-gelb, mitunter aber auch dunkelbraun. Graf v. Laizer ent-deckte diese fossilen Eier im Jahre 1824 beim Dorfe Autza *.Sie kommen theils in den untern Kalk-Lagen mit Limneus,Planorbis, Helix u. s. w vor, theils in den obern, wie beiCornon und La Sauvetat, von jenen Muscheln begleitet undzugleich mit Gebeinen von Vögeln und mit Zähnen von Rep-tilien und von Pachydermen **.

Was dem Limagne-Kalk ferner im Vergleich mitähnlichen Gebilden anderer Landstriche besondere Auszeich-nung verleiht, das ist die häufige Gegenwart von Kiesel-Hydraten. Ganze Kalk-Bänke sieht man durchdrungen vonKiesel-Substanz, so dass die Felsart ein dem Hornstein ähn-liches Aussehen erhält. Aber auch als reine Ausscheidungenwerden Opale und Kieselsinter getroffen. Diese Er-zeugnisse stehen im Zusammenhänge mit den heissen Was-sern, den lezten Beweisen noch dauernder Thätigkeit vulka-nischer Feuer in Auvergne ; denn obwohl Jahrtausendeabgelaufen sind, seitdem die Laven jenes Landes ergos-sen worden, so können die Thermen dennoch ihre Tem-peratur nur von einem nicht versiegenden VFärmequell er-halten , der tief unterhalb der Granite seinen Siz hat. Dienatürliche Bildung von Kieselerde-Hydraten erklärt sich ent-weder dadurch, dass die Kieselerde bei hoher Temperaturund sehr starkem äusserem Drucke mit Wasser in Berüh-rung kommt, oder es wird die Gegenwart der Kieselerdedurch die aullösende Kraft des Natrons bedingt, welches,wie Klaproths, Bertrands , Turners u. A. Zerlegungendargethan, einen gewöhnlichen Bestandtheil der Kiesel - Hy-

* Arm. des Sc. nat. Vol. XV, p. 419 .

** Und. Vol. XVII, p. 91 .