Band 
Zweite Abtheilung.
Seite
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Zu den Eigentümlichkeiten des Süsswasser-Kalkes derLimagne gehört endlich noch die Anwesenheit mehr und min-der mächtiger Lagen von oolithischer Struktur, so wie derUmstand, dass er sich beim Zerschlagen mitunter in ziemlichregelvolle Kugeln theilt. Besonders am Kalke der nächstenUmgebungen von Clermont und von Pont-du-Chateau nahmenwir diese Erscheinung wahr.

Die Stadt Clermont ist zum Theil auf Süsswasser-Kalkgebaut, zum Theil ruht dieselbe auf vulkanischem Tuffe. Derleztere schliesst hin und wieder schwach geglühte Stückevon Süsswasser-Kalk ein.

Puy de Mur. Pic de Dallet.

An den Ufern des Allier nicht weit von Clermont , be-sonders um Pont-du-Chateau, ist der Wechsel neptunischermit vulkanischen Gebilden und das Ueberlagertseyn erstererdurch leztere deutlich beobachtbar. Der Fluss, das Limagne-Becken von S. nach N. in seiner grössten Längen-Ausdeh-nung durchströmend, folgt stellenweise einer Reibe von Hü-geln und Bergen. Er untergräbt seine Ufer indem er diekalkigen Schichten durchschneidet und entblösst auf solcheWeise lehrreiche Profile. Am Puy de Mur und am Pic defallet sahen wir einen viermaligen Wechsel vulkanischer<Tuffe mit Süsswasser-Kalken ; die obere Bedeckung des Pla-teaus bildet Basalt, der sparsam Olivin - Theile führt undMesotyp-Einschlüsse aufzuweisen hat. Die tiefsten Lagen,selbst bei niedrigem Wasser-Stande unter das Niveau desAllier hinabreichend, bestehen aus vulkanischem Konglomeratoder sogenanntem Trapptuffe. Bruchstücke von Basalten und

fanden wir ebenfalls mit Haar- und Nadel-formigen Krystallen jenesMinerals bedeckt und davon durchdrungen. Man vergleiche wasBekzeuus bei Gelegenheit seiner Untersuchungen der Karlsbaderund einiger andern Böhmischen Mineral - Wasser über deren Gehaltan kohlensaurem Strontian sagt. (K. V. Acad. llandl. 1822. 1. II.p. 139 und 2. H. p. 195.)