Zoten-
blume.
48r Vierte Classe. Fünfter Abschnitt.
Mittet, aufrechter Blumcnschaft, welcher länger als dieBlatter, mid einen Schuh lang und drüber ist; dieserträgt am Ende eine kurze Traube von meistens drey,blaßrothen Blumen, deren Stielchen mit Dcckblättleinversehen sind. Diese Pflanze ist ohne Geruch, abervon einem sehr bittern Geschmack, und wird dem unge-achtet von Schaafen, Haasen, Rennthicren und anderemVieh gerne gefressen , und ist solchen öfters eine heilsa-me Arzney, s» daß man kranke und schwindsüchtigeSchaafe, wenn man sie diese Pflanze eine Zeit lang,unter anderem Futter gemessen laßt, damit gesund machenkann. Auch für Menschen ist sie in Krankheiten, dievon einer Säure, von zäher und schleimichtcr Verderb-lich der Säfte-, und einer Schwäche der festen Theil«herrühren , als in kalten Fiebern , Cacherie und Wasser,sucht, schleimichter Engbrüstigkeit, Hypochondrie, Gelb.sucht, Gliederweh, Podagra, Schaarbock, und bößar.tigen äusserlichen Geschwüren ein treflicheü Arzneymittek,das in Gestalt eines Thees, oder mit Molken, auch inkreinichtcn Aufgüssen, oder im Extrakt gebraucht wer»den kann, und nach Vörhüvens Zeugniß oft in lang.Wierigen Krankheiten durch einen gehörigen und anhal.«enden Gebrauch Hülfe leistet, welche andern Mittelnhartnäckig widerstunden. Ihr eckelhaft. bitterer Geschmacksoll sich nach Gledltschs Beobachtung durch Myrrhe undPomeranzenschaaleii verbessern lassen.
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