6rr Vierte Classe. Fünfter Abschnitt.
Kerzen. mein wcisses Wollkraut, Königskerze, Kerzenkraut, Fa-kelkraut; von den Franzosen Bouillon blanc, oderBon homme oder Molene; von den EngländernÜNlullein oder White Mullain; von den HolländernWollekruid oder Toortskruid; und in Schwedenund Dännemark I^onA8-Iiu8 geneunet. Sie hat einerunde, oft einen Zoll dicke, auswendig und innwcndigweifse Wurzel; und einen sehr geraden und aufrechten,einfachen Stengel, welcher gemeiniglich drey, vier bisfünf, und in den Gärten in einem guten fetten Boden,sechs bis zehn Schuh hoch wird. Ihre Blätter sind ey>rund > lanzcnförmig, runzlicht, und am Rande stumpfgekerbt; die unterste stehen auf kurzen Stielen, und sindsehr groß, manchmal über einen Schuh lang, und fasteinen halben Schuh breit; die am Stengel aber sindstufenweise kleiner, ungestielk, stehen wechfelsweife, undlaufen meistens mit ihrer Basis zu beyden Seiten amStengel herunter. Der Stengel ist rund, unten über«inen halben Zoll dick, und sowohl als die Blätter undBlumenkelche, über »nd über mit einem sehr dicken,kreisten und weichen Filz bekleidet. Am Ende deSStengels entspringt eine oder mehrere, sehr lange, einefache, dichte Blnmcnahren; diese Aehrcn bestehen ausvielen, nahe beysammen sitzenden Büschelchen, derenjegliches ein lanzenförimges Dcckblättlein hat, und ausvier, sieben, bis acht kurzgestielten Blumen bestehet. Je.be Blume hat ungefehr anderthalb Zoll im Durchmesser,ihre Blumcnkrone und die Staubfaden sind gelb, diezween untersten Staubfaden sind glatt, diel drey oberenaber wollig und gemeiniglich roth. Alle Theile dieserPflanze haben eine erweichende, lindernde, und gelindeschmerzstillende Kraft; und vornamlich werden die Wur.zeln und Blumen in der Arzneykunst gebraucht. DieBlumen haben frisch 'einen schwachen, etwas betäuben-den und nicht angenehmen Geruch, durchs Trocknen aberbekommen sie einen etwas stärkeren, und angenehmenGeruch und Geschmack, welcher einigermassen den Mer.
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