6zz Vierte Classe. Fünfter Abschnitt.
Stech. auodrüklich am angeführten £>rf< p. 6 fo. tvidcrspro-chcn, theils erhellet selbst aus der so (ben erzähltenGeschichte gerade das Gegentheil. Aus den Geschich-ten, die zur Bestättigung dieses Vorgehens angeführt wer- 'den, lasset sich vielmehr mit Zudcrläßigkcit diß folgern,daß Personen, welche nach einer von dieser Pflanzeverursachten Berauschung nicht mehr »rüsten, wx ih-nen während derselben gewesen war, allemal»'e^ne sostarke Dosis derselben bekommen hatten, die ihnen eineLebensgefährliche, »nd meistens ohne Anwendung derkräftigsten Rektungsmittel unvermeidlich tödliche Betäu-bung und Einschläferung der Sinne verursachte. Vonden schrcklichen Zufällen, unter welchen eine solche über.massige Dosis die Menschen dein Tode überliefert oderdoch nahe bringt, findet man in des vortrcflichcn Herrn ,Pros: Gmehlltts Abhandlung Vpn giftigen Gcwäch-scn in Schwaben p. g. und 100 u. folg. wie auch ;in dessen allgemeiner Geschichte der Pflanzengifte p. 2Os.einige Beyspiele ausführlich und meisterhaft beschrieben;und zugleich die beste Hülfsmittel, womit solche un-glückliche noch aus der schleunigen Gefahr zu retten sind,angezeiget. Merkwürdig ist, daß nach Vpl'Ügelö Vcresuchen Hunde ein ganzes Loth von den Saamcn ohneSchaden vertragen können. Je schlimmer aber die Fol-gen find, die aus dem Mißbrauch eines mit so vielerWirksamkeit begabten Gewächses zu entstehen pflegen,desto schätzbarer sind die Bemühungen derjenigen, welchedurch einen weisen und behuksaincn Gebrauch dasselbe zurWohlfahrt des Menschen und zu Heilung der traurig-sten und oft hartnäckigsten Krankheiten anwenden leh-ren. So hat der verdienstvolle Herr Leibarzt von(Atöl'k zu erst entdecket, daß der aus den Blätter» desStechapfels gepreßte und durch gelindes Feuer zu einemErtrakt eingekochte Saft des Tages zwey , drey bis sechs-mal zu einem halben oder ganzen Gran gegeben; inGichtern, fallender Sucht, Wahnwitz und Raserey Hül-fe geleistet, wo oft andere gute Mittel vergeblich »ra-ren