6s4 Vierte Classe. Fünfter Abschnitt.
Taback. und bon einer matt - pnrpurrvthen Farbe. Alle Theiledieser Pflanze sind ftctridn anziifühlenz und haben einenscharfen widrigen Geruch, der an der getrockneten Pflan»ze starker ist, und einen beisscndcn Gesumack. Sieerregen in der Nase ein Niesten; un Munde, wennman sie kauet, ziehen sie vielen Speigel; und wennman sie hinunter schluckt, verursachen sie Schwindel,Berauschung, Eckel, heftiges Ucbclscyn, Bangigkeit undErbrechen , und eben diese Zufalle einstehen auch bey un-gewohnten vom blossen Kauen, oder von dein Rauchedes angezündeten Krams. Diese Wirkungen, welcheder Taback bey Menschen, die sich au seinen Gebrauchnoch nickt durch eine lange Uebung gewöhnt haben, auchin geringer Dosi hervordringt, zeigen, daß man ihn niitRecht unter die giftigen Pflanzen zähle, und daß er un-ter diejenige derselben gehöre, bey welchen mit betäu-benden oder narcotischtn Kräften auf eine sonderbareWeise auch reizende oder puraiercnde vereiniget sind; undzwar scheinen die letztere im Taback vor jenen das Ueber-gewicht zu haben. Inzwischen hat man in Schwedenbeobachtet, daß die Schaafe diese Pflanze gerne und oh,ne Schaden fressen; und listet sie daher die Tobackscldernach geschehener Erndte vollends abweiden. Ihre Eigen-schaft, unter gewissen Bedingungen die Sinnen zu er-muntern , welche sie mit andern narcotiscken Pflanzengemein hat, veranlasset« ohne Zweifel die hentzutag inallen vier Wclttheilen im Schwang gehende Gewöhn-hcit, sich ihrer durch Schnupfen oder durch Rauchen,«der auch durch Kauen zu gedacktem Endzweck zu be.Dienen. Das Tabackkauen ist sowohl in Westindien, alsauch in den nördlichen Landern bon Europa, desgleichenin England und Holland, besonders unter den Seeleu-ten und anderui gemeinem Volk gewöhnlich; und auch das2obackra»chen, welches noch häufiger ist, haben nichtnur die Europäer, sondern auch die asiatische Völker bonDen Amerikanern gelcrnck, indem die Portugiesen nachDer Eroberung von Brasilien Diese Gewohnheit nach
Per.