t)) r8r. Matt. Tollkraut, ^tropz. 66s
wodurch solches bekannt worden, bey den Menschen Toll-thut; nach zuverlässigen Erfahrungen fressen die Schaafe kraut,das Kraut gerne und ohne Schaden, und den Schwel-nen wird solches, wie schon oben gedacht worden, auchVoin gemeinen Volk, als eine Arzney gegeben, auch Ca,ninchen hat man von den Beeren ohne Nachtheil fressengesehen, und zwey Loth von dem Saft derselben, dieman einem Hunde eingegeben, haben ihm nichts geschadet.
Bey Menschen hingegen haben sich schon alle ihre Theiledurch ihre giftige Wirkungen furchtbar gemacht; und in-sonderheit hat man von den Beeren, die durch ihr schönesAussehen und ihren unschuldigen Geschmack öfters dieunwissende verführt haben, eine große Menge traurigerErempel. Die Folgen, welche sich auf den Genuß die-ser Beere, oder anderer Theile der Pflanze zu ereignenpflegen, sind nach Verhältniß ihrer Dosis, und des-Alters und der übrigen Disposition dessen, der sie genießt,Trägheit, Schläfrigkeit, Wahnwitz, Raserey, qichtcri»sche Bewegungen, und der Tod; diese Zufälle find ins-gemein noch mit verschiedenen andern begleitet, welcheaber auf inaniiichfaltige Weise abwechseln und sich ver-ändern nach der Verschiedenheit der Umstände, von denendie Art und Weise und der Grad der Wirksamkeit desGiftes bestimmt trieb , und von eben dieser Verschieden-heit hängt es auch ab, daß vorgemcldte Zufälle den Todentweder früher, oder später, oder auch gar nicht nachsich ziehen. Ein gesunder Erwachsener soll zwey , dreybis vier Beere ohne Schaden, oder wenigstens ohne ge-fährlich« und anhaltende Zufälle davon zu bekommen,genicssen können; zehn bis zwölf »der noch mehrere aberkönnen sehr gefährlich oder tödtlich werden, wenn mannicht schleunig die kräftigste Rettungsmittel, welche Vor«nämlich in Brecharzneyen, wie auch Essig, Citronen-«nd andern Pflanzensauren bestehen , anwendet. Die-ses Gift wirkt, wie der Mohnsaft, vornamlich durch ei-ne Betäubung der Lebenskraft, welche bey einer beträcht-lichen Dosis desselben so stark ist, daß Hcrr von Heller