<8o Vierte Classe. Fünfter Abschnitt.
Nacht« von einem Land in das andere gebracht, und fos»schatten» chergestalt gar bald allgemein wurde. Sie ist bey uns«in Sommergewachs; und in Deutschland unter dem Na-men Erdbirn, Grundbirn, oder Kartoffeln bekannt;die Holländer nennen sie Aardappelen , die JtaliänerTartofFoli , die Franzosen Pommes de terre, dieEngländer Potatoes lind die Einwohner iu PeruPapas. Die reichliche Erndte, die man von ihr be-kommt , ihr leichter Anbau, und daß sie auch in einemsandigen, für Getraide und andere Gewächse zu magerenköoden gut fortkommt, machen sie vorzüglich dem Laild-bolk schätzbar. Da man sie überall so häufig antrift,so ist es fast unndthig, ihre Gestalt zu beschreiben. Ih-re ziemlich ausgebreitete, ästige Stengel sind mit Wech-selsweise stehenden, ungleich gefiederten Blättern besetzt,und werden zween bis vier Schuh hoch, und manch-mal drüber; sie blühen im Julius und tragen alsdannin den Winkeln der Blätter flache Sträusse weisser, röth-licher oder blaß violetter Blumen, auf welche kugelrunde, an-fangs grüner, zuletzt aber dunkelrothe,mit einem hellen wasse-rechten Saft und vielen Saamen angefüllte Beere folgen.Das ganze Kraut ist ein wenig haarig, und hat einen wider-wärtigen Geruch, der aber nicht stark ist; wenn man«s bald nach der Blüthe abschneidet, so frißt es das Viehunter anderem Futter. Die Wurzel bestehet aus vielen,theils rnndlichten, theils länglichten Knollen, welchevermittelst dicker, weisser Fasern unter einander zusam-menhangen ; diese Knollen haben viele Grübchen odervertiefte Augen, sind mit einer dünnen, glatten, mei-stens rdthlichen, fest anhängenden Haut bekleidet, undhaben eine feste, harte, fleischige, gelblichte oder weiß-lichte Substanz, die durchs Kochen weich, mehlicht undsihmakhaft wird. Eine einzige Pflanze kan in einemSommer vierzig bis sechziq solche Wurzelknollen treiben,welche von verschiedener Größe sind, und zum Theileiner Faust groß werden, und drüber. Vermittelst die-ser Knollen, die man nu Frühling, im Merz oder April,
ganz