Beiß-
beere.
694 Vierte Classe. Fünfter Abschnitt.
102. BLAKW. Herb. t. 129. MEPJAN.
Surin. t. 55. Vallia- capomolago. RHEED*
Mal. 2. t. 35.
Diese Pflanze, welche in Europa in den Gär«teil und Gewächshäusern gezogen wird, ist ursprünglichin Westindicn zu Hause, wo sie aber nubf allein wildwachst, sondern auch sehr häilsig mit Fleiß gepflanztwird; man trift sie auch in Dstindien an, wohin fitvermuthlich durch die Spanier aus ?Imcrifa gebrachtworden. Sie wird insgemein spanischer Pfeffer, in»gleiche» Indianischer oder Brasilianischer Pfeffer; vonden Engländern Guinea Pepper, und von den Frau»zoscn Poivre d’Inde, oude Guince oder auck we-gen der schönen Farbe ihrer Früchte Corail des Jar-din8 genennet. Sie ist nur ei» Sommergewachs; undhat einen nicht sonderlich ästigen, einen bis ;wec» Schuhhohen Stengel, mit weit von einander stehenden läng»lichten, spitzigen, an der Basis ungleichen Blättern,die sowohl als der Stengel ein wenig rauh und haariganzufühlen sind. Den Blättern gerade gegen über, oderneben ihnen, entspringen cinzele, kurzgestwlte, wc:ffeBlumen , auf welche eine länglichte < kegelförmige , un-gefehr Fingers lange Frucht folget; diese Frucht hatanfänglich eine grüne, hernach eine gelbe, und zuletzteine sehr schöne glänzendrothe Farbe, und ist eine ininwendig hohle und marklose, durch'eine Scheidewand,an welcher kleine, gelblichte, zusammengedrückte Saamenhängen, in zwey Fächer getheilte Beere, deren Größeund Figur sehr veränderlich ist, indem sie bald länger,bald kürzer, bald gerade, bald krumm, stumpf oder spi-tzig, und bisweilen auch am Ende entzwcygerhcilt ist;manchmal bleibt auch ihre Farbe gelb, wenn sie schonreif ist. Diese Früchte haben einen unerträglich scharfenund brennenden Geschinack, welcher viel schärfer ist, alsbey dein gemeinen Pfeffer und der Aronwurzel, undsehr lange im Munde bleibt; dieser ihr Geschmack wirdauch durchs Trockne» sehr wenig und fast gar nicht gemil-dert,