Band 
Zehnter Theil. Von den Kräutern.
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6o Vierte Classe. l yter Abschn. 6te Abteil.

Lobelie, ohngefthr acht Linien lang, und eine Linie dick: aufihm steht ein vierfach getheilter Kelch, welcher mehrdunkelroch als der Blumenstiel «st. Aus diesem Kelchkommt eine Blume, so aus einem Blak besteht, blutrothist, und eine Lange von zween Zollen hat. Bey ih-rem Ursprung ist sie zwo Linien breit, und da hatsie zwo langlichte kleine Spalten, so parallel undzwo Linien lang sind, darauf wird sie schmahler, ge-gen den obern Theil aber wieder breiter. Dieser ,stinsgemein zurückgebogen, und wieder durch zwo pa-rallele Spalten der Lange nach geöfnet, welche sichgegen ihre Spitze zu endigen. Dieser Theil um,schließt bey seinem Ursprünge eine rothe Scheide, dieoben von einem Srcmpfel getragen wird. DieseScheibe ist anderthalb Zoll lang, und anderthalb Li-nien dick. Miltcn aus selbiger kommt ein Stempfel,der über sie mit einer schwarz, und weiß« gestrecktenSpitze hervorraget. Wenn die Blume verwelket,wird der Kelch zu einer fast runden Frucht, die dreyFächer hat, deren jedes mit einem Mutterkuchen ver-sieben, der mit kleinen braunen Saame» besetzt ist.Die Blatter umgeben den Stamm mit ihrem unicrnTheile, anderthalb Zoll lang, und sondern sich vonselbigem erst nachher ab. Von da an sind sie biß zuihrer Spitze sieben und einen btitcclß Zoll lang; ihreBreite erstrecker sich auf drey Zoll. Es lauft durchselbige, der Länge nach, eine große, von aussen rundeIubbe, welche zu beyden Seiten viele Adern giebt,die sich über bre Flache der Blatter vertheilen, und wie-der viele andere abgeben, die mit einander ein sehrarriges Netz machen. Im Umkreise haben die Blätterkleine unmertliche Zähne, wie eine Säge, auf ihrerFläche sind sie wie mit zarren weisen Sammkharleinbestreu!, daher sie weißlich grün aussehen, und endi-gen sich mir einer Spitze. Die ganze Pflanze enthalteinen der heftigsten Gifte. Die Wurzel giebt einetödluche Milch von sich, ingleichen auch der Stamm.

Der