Band 
Zehnter Theil. Von den Kräutern.
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ns^te Gatt. Hanf. Ennngbis. 269

allerhand Zubereitungen eben diejenigen Kräfte zu er« ^ ,halten, die den Mohnsaft so berühmt machen. Lanci. " ''sius ( 6 e nc>x psluä. efflu. L. I. ?. I. c. 8 - Ep.

11. Obs. 2.) berichtet, daß das Blasser,in welchem derHanf geratet worden, von selbigen eine überaus giftigeEigenschaft erhalten. Wahrscheinlich steckt diese gifti.ge Eigenschaft in dem öhlichren Leim, der durch dasraten im Wasser aufgelöst worden. Ihre Saamen,welche den meisten Vögeln eine angenehme und zur Be.gattung reizende Speise sind, geben ein Oel durch diePresse von sich, welches eine erweichende und schmerz,stillende Kraft besitzen soll, und in verschiedenen Krank«Heiken, besonders in der Kolik, verordnet worden ist.

Aus den männlichen Blumen sammlen die Bienen Stofzu Wachs. Der ökonomische Gebrauch des Hanfs zirSeilen, Stricken, Leinwand, Seegelkuch u. s. w. umdie beste Art ihn anzubauen und zuzubereiten, ist be«kannt genug, und kann allenfalls in den vielen sich täg-lich noch vermehrenden Wirihschaftsbüchern nachgese.hcn werden: wir fügen aber dennoch folgende kurzeNachricht bey. Wenn man den Hanf anbauen will,mußman denSaamen mit Anfang des Frühlings in einem fet.ten, feuchten und nicht zu festen Boden säen, wozu der.jenige Saame auszulesen, der die beste Farbe hat, undam schwersten ist. Wenn die Pflanzen aufgegangen,muß man sie dünne machen, einen Schuh oder sechzehnZoll von einander stehen lassen , und alles Unkraut weg.schaffen, welches letztere einen Monat darauf noch ein«mahl wiederholet werden muß. Im Anfang des Sep.lembers wird der männliche Hanf, wenn nehmlich der«selbe seinen Staub völlig zerstreuet hat, indem ohnedemselben der Saame unzeilig bleibet, und nicht aufge-het, auch kein Oel giebt, weil er nur aus leeren Hülsenbestehet, die keine Kerne führen, das erstemal geratet,das zweitemahl wird darauf nach Michaelis der weib»liche Hanf geraufet, und in dicke Bündel gebunden,etliche Tage in der.Sonne getrocknet, und nachhero ein,

geführt.