des Ostindischen BrodbaumS. zcz
Ämboinischen Wöchnerinnen bereiten auf eine zweifacheWeife einen Trank aus diesem Baume, dessen sie sichnach der Geburt ihrer Kinder bedienen. Einmahl berei-ten sie selbigen auf folgende Weise: Nimm drey Theileder RinHe des Soccus Capasbarims, zwey Stücke von derstinkenden Manga, jedes sey einen halben Schuh lang,und zween Finger breit, eine ganze Zwiebel, zwanzig Pfef.fcrkörner, und ein Stück Culik s'awcm: Alles dieses ko-che ab, giebs der Wöchnerin bald nach ihrer Niederkunftzu trinken, und halte damit acht bis zehen Tage an. Esverdünnet das Blut, und befördert die Klndbettcrrcim-gung. Die Amboincn machen auch aus der vorhin ge-dachten Milch eine Kitte, womit sie die Risse ihrer Gefa-se, um dadurch das Eindringen des Wassers zu verhüten,bestreichen. Ausser dieser Milch nehmen sie noch frischesSagnmehl, schwarzen Zucker, und das weiße vom Ey da-zu: alles dieses knaten und vermengen sie miteinander sostark und so lange, bis die Masse zu einem harten Breywird, dessen sie sich alsdann gleich einer Kitte zuin besirei«chcn und leimen bedienen. — So weit Rumph.
Ich befürchte gar nicht, dadurch, daß ich,was NuMphüber den iLoccusEapaS gesagt,wörtlich in unsere Spracheübergetragen, den Tadel meiner Leser mir zuzuziehen. HerrHouttuyll selbst giebt, zwar nur Auszugsweise zu verste-hen, was ItUMph über seinen Soccus dargebracht;laßt uns aber doch manches entbehren, was zur ngentli-chen Geschichte, und zum Vergleich mit andern so wohlältern als neuern Beschreibungen des Brodbaume, unent-behrlich ist. Es ist aus mehr als einer Rücksicht wahr-scheinlich , daß es nicht jedes Sache ist, Rumphs amboi-nisches Kräuterbuch,mit bey der Geschichte des Brodbaumszu Rathe zu ziehen, und indem ich mit der rumphischenBeschreibung auch die übrigen altern und neuern aufge-stellt, so ergiebt sich dann das Resultat um so leichter, wieviel die Geschichte des Brodbaums durch die neuern Ent-deckungen, und systematischen Beschreibungen, vor den