Buch 
2 (1773) Von den Vögeln / Carl von Linné
Entstehung
Seite
9
JPEG-Download
 

in die Geschichte der Vögel. 9

als durch ein Sieb gehet, und am wenigsten durchdie Kehle oder Luftröhre ausgelassen wird.

Auf diese Art hat denn der Schöpfer geftrget,daß die Vogel ihren Körper gleichsam aufblähen,sich nach ihrer Größe doch leicht machen, und allcnt-halben bis in die obere Luft herumfliegen und gleich-sam schweben können; wobey denn auch noch zu mer-ken , daß fle statt eines Zwergsells nur eine sen-ncnartigc Ausbreitung der muskulösen Lungenhauthaben, die, wenn sie erschlaffet ist, eine erhabeneRundung nach der Seite des Unterleibes zukehret,welches sich bebändern Thieren umgekehrt verhält.

Da die Vogel keine Zähne haben, und dochharte Körner, Bohnen und dergleichen verschlucken,die unsere Mägen nicht würden verdauen können, wennsie nicht vorher klein gekauet wären; so entstehet hierallerdings die Frage, was bey den Vögeln die Ursacheihrer Verdauung sey, da sie doch durchgängig einensehr dünnen und weichen Unrath haben. Nun ha-ben zwar viele solches in der Säure gesucht, die al-lerdings in den Falten ihrer Mägen vorhanden ist,und in der That wohl etwas beyträgt, daß bey ih-nen sowohl das Glas als die Kieselchen angegriffenwerden; allein, die vornehmste Ursache ist wohl indem Bau ihrer Mägen zu suchen, welche mehr ge-schickt sind, die Speisen zu zermalmen, als die Ma-gen anderer Thiere. Wenigstens ist die Säure beyihnen nicht so erstaunlich heftig, denn wenn mandie Hühner Perlen verschlucken lässet, so geben sieselbige verschönert und unangegriffen von sich; daman hingegen wahrgenommen hat: .daß, wenn mandie Strausivägel, Trappen, und andere dergleichenVogel ein Stück Geld verschlucken lässet, welches hohl.gebogen ist, sie solches in dem Zustande wieder vonsich geben: daß die runde erhabene Seite glatt ge-rieben, und das Gepräge davon abgeschliffen, dieinnere Seite aber an dem Gepräge unvcrlelzcr ist.

As Dieses

Einlei»

tung.

Verdau»uiiaS-;e»schaffe.