Kapitel /.
Graciosn stellten senkrechte Mauern von fünf Ins sechshundert Fufs Höhe dar. Ihre Schatten auf die Oberflä.che des Oceans geworfen, gehen der Landschaft eineninelankolischen Charakter. Aehnlich den Trümmern ei-nes ungeheuren Gebäudes, steigen die Basaltfelsen ausdem Schofs der Flutlien empor. Ihr Daseyn erinnerteuns an die vergangene Zeit, wo Vulkane unter dem Meerneuen Inseln ihr Daseyn gaben, oder die festen Län-der zerrissen. Alles, was uns umgab, schien Zerstörungund Unfruchtbarkeit zu verkündigen; aber im Hinter-grund dieses Gemäldes boten die Büsten von Lanceroteeinen lachenden Anblick dar. In einer engen Schlucht,zwischen zwey von zerstreuten Baumgruppen gekröntenHügeln, zog sich ein kleiner bebauter Erdstrich in dieLänge hin: die letzten Sonnenstrahlen erleuchteten daszum Erndten reife Getreide: und selbst die Wüste belebtsich, wenn man darin die Spuren der arbeitsamen Hand desMenschen entdeckt.
Wir suchten aus dieser Bucht durch die Meerengeherauszukommen, welche die Insel Alegranza und Mon-tana Clara trennt, und durch die wir ohne Schwierig-keit hereingekommen waren, um an der nördlichen Spit-ze Von Graciosa zu landen. Da der Mond sehr schwachwurde, trieben uns die Strömungen sehr nahe an eine Klip-pe, an der sich das Meer mit Gewalt brach, und welche diealten Karten mit dem Namen der Hölle oder Infierno be-zeichnen. Da wir diese Klippein einer Entfernung von 240Faden vor der Corvelte erblickten, so erkannten wir, dais eseine Erhöhung von Lava, 3 bis 4 Toisen hoch, ist, mit Höhlenangefüllt und mit Schlacken bedeckt, die den Coahes oderder schwammigen Masse der entschwefelten Steinkohlenähnlich sind. Man kann annehmen, dafs der Felsen Infierno*}
*) Borda, Hoya ge de 1a Flore, T. I, p. 386. Bory Saint-Vincent,
Essai sur Us tlet Foriuilöes, p. 20 . Id» muh hior j3#merk«o,