Kapitel II.
197
Die Mauer von compakten Laven, vvelche den Gür-.tel der Caldera bildet, ist schneeweifs auf ihrer Oberfläche.Diese nämliche Farbe herrscht im Innern der SolfataravonPuzzoli. Wenn man diese Laven, die inan von Wei-tem für Kalkstein halten würde, zerbricht, so findet mandarin einen bräunlichschwarzen Kern. Der Pechstein-Porphyr ist äufserlich durch die langsame Wirkung- derDämpfe von schwefelig-saurem Gas gebleicht. Diese Däm-pfe , entwickeln sich im Ueberflufs, und was merkwür-dig ist, aus Spalten, die keine Verbindung mit den Luft-löchern zu haben scheinen, durch welche sich die Was-serdämpfe ziehen. Man kann sich von der Gegenwartder schwefeligen Säure überzeugen, wenn man die schö-nen Krystalle von Schwefel betrachtet, die man über-all zwischen den Spalten der Laven abgesetzt findet. Die-se Säure, mit der Feuchtigkeit des Bodens verbunden,verwandelt sich durch die Berührung des Sauerstoffsder Atmosphäre in Schwefelsäure. Ueberhaupt ist aufdem Krater des Pies die Feuchtigkeit mehr zu fürchtenals die Wärme, und man findet seine Kleider zerfressen,wenn man lange auf dem Boden sitzen bleibt. DieSchwefelsäure wirkt auf die porphyrartigen Laven; dieAlaunerde, die Magnesie, das Natrum und die Metall-oxide werden weggeschvvemmt, und oft bleibt nur dieKieselerde übrig, welche opalartige warzenförmige Plat-ten bildet. Diese Kiesel-Concretionen,*) welche Hr. Cor-dier zuerst kennen lernte, sind denjenigen ähnlich, wel-che man auf der Insel Ischia in den erloschenen Vulka-nen von Santa Fiora und in der Solfatara von Puzzoli