Kapitel II. 237
Obsidiane, weit entfernt, verglaste Laren zu seyn, gehö-ren zu den nicht vulkanischen Felsen., und indem sich dasFeuer mitten durch die Basalte, die Grünsteine, die Pho-nolite und die Porphyre mit Pechslein und Obsidian -Basiseinen Weg gebahnt habe, seyen die Laven und die Bim-steine nichts anders, als eben diese durch die Wirkung derVulkane veränderte Gebirgsarten. Die Entfärbung-unddas aufserordentliche Anschwellen, welches die meistenObsidiane vor dem Gebläse zeigen , ihr Uebergang in denPechstein und ihr Vorkommen in Gegenden, welche vonthätigen Vulkanen sehr weit entfernt sind, schienen mir*)Phänomene zu seyn, die sehr schwer zu reimen sind, wennman die Obsidiane als vulkanische Gläser betrachtet. Eintieferes Studium der Natur, neue Preisen und Beobachtun-gen, welche ich über die Produkte brennender Vulkane an-stellte, brachten mich von dieser Idee ab.
Gegenwärtig scheint es mir außerordentlich wahr-scheinlich, dafs die Obsidiane und die Porphyre mit Ob-sidian -Grundlage verglaste Massen sind, deren Abkühlungzu schnell erfolgte, als dafs sie sich in steinartige Lavenhätten verwandeln können. Ich betrachte selbst den Pcrl-stein als einen entglaslen Obsidian; denn unter den Mine-ralien, welche zu Berlin , in dem Kabinet des HönigsvonPreußen, auf bewahrt sind, finden sich vulkanische Glä-ser von Lipari , in denen man gestreifte Krystalliten sieht,welche perlgrati und von einem erdigen Ansehen, sichgradweise einer körnigen Steinlave nähern, die demPerlstein von Ginapecuaro in Mexico ähnlich ist. Djeverlängerten Blasen, die man in den Obsidianen von al-len Continenten beobachtet, beweisen unwidersprechlichihre ehemalige durchs Feuer hervorgebrachte Flüssigkeit ;und Hr. Thompson zu Palermo besitzt Probestücke von
*) Arm. du Mus- d’IIist. nat. T. III, p. 398.